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Zufriedene Gesichter an der Parteispitze: AfD-Chefin Frauke Petry und ihr Vize Alexander Gauland.
Zufriedene Gesichter an der Parteispitze: AfD-Chefin Frauke Petry und ihr Vize Alexander Gauland.(Foto: REUTERS)

Trotz linker Sabotage-Aktion: AfD triumphiert mit Spenden-Aufruf

Der panisch herbeigeredete Bankrott scheint abgewendet: Innerhalb von nur drei Wochen hat die AfD Spenden in Höhe von 1,6 Millionen Euro kassiert. Eine Klatsche für linke Aktivisten - denn sie wollten die Rechtspopulisten mit Mini-Beträgen in die Pleite spenden.

Innerhalb von nur drei Wochen hat die Alternative für Deutschland (AfD) nach eigenen Angaben 1,6 Millionen Euro an Spendengeldern erhalten. Damit ist die Parteipleite nahezu abgewendet. Denn pro Spendeneuro zahlt der Staat zusätzliche 38 Cent - und das bringt den Rechtspopulisten hochgerechnet rund 2,2 Millionen Euro ein. Zuletzt war die AfD durch die Änderung des Parteiengesetzes in Finanznot geraten. Denn mit dem umstrittenen Goldhandel im Internet machte die Partei zwar Umsatz, aber keinen Gewinn. Für ebendiesen soll es aber künftig nur noch staatliche Zuschüsse geben. Der AfD hätten zwei Millionen Euro gefehlt.

Auch den Böller zu Silvester gönnt die AfD den Anhängern nicht.
Auch den Böller zu Silvester gönnt die AfD den Anhängern nicht.

Mit einem Bettelbrief an die Mitglieder und einem Spendenaufruf auf der AfD-Website hatte die Parteispitze deshalb Anfang Dezember reagiert - und das mit Erfolg. "1,6 Millionen Spenden in knapp drei Wochen hat noch keine Partei erhalten, schon gar nicht eine so junge wie wir", sagte AfD-Schatzmeister Klaus Fohrmann der "Bild"-Zeitung. Selbst eine Sabotage-Aktion der Satire-Partei "Die Partei" sowie der Antifa-Bewegung hatte das Spendenwachstum nicht drosseln können.

Trotzdem muss Parteichefin Frauke Petry schnell neue Geldquellen erschließen. Denn der Goldhandel dürfte Geschichte sein. Und: 2016 stehen auch noch Landtagswahlen in sechs Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt, Berlin und Rheinland-Pfalz, an. Wohl auch deshalb rief Fohrmann die Partei-Anhänger in der "Bild" dazu auf, statt Silverster-Böller zu kaufen lieber noch ein paar Euro mehr an die AfD abzugeben.

Zurückzahlen muss die AfD nichts, wie Parteisprecher Christian Lüth klarstellte. "In verschiedenen aktuellen Meldungen zum Spendenaufkommen der AfD wird behauptet, die Partei müsse aufgrund der Änderung des Parteiengesetzes 1,7 Millionen an den Staat zurückzahlen. Das ist falsch. Gerade aufgrund des enormen Spendenaufkommens gelingt es der AfD, die Einnahmelücke zu schließen, so dass nichts an den Staat zurückgezahlt werden muss."

Justiz ermittelt in drei Fällen gegen Höcke

Derweil prüft die Staatsanwaltschaft Halle nach Angaben der "Thüringer Allgemeinen" eine Anzeige wegen Volksverhetzung gegen den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke. Auf einer Veranstaltung des Instituts für Staatspolitik in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) hatte Höcke über den "lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp" philosophiert - und damit selbst in der eigenen Partei für Entrüstung gesorgt.

Hinzu kommt: Der Fraktions- und Landeschef war bereits im Oktober wegen Volksverhetzung angezeigt worden. Grund war sein Auftritt im ARD-Talk von Günther Jauch in Berlin, in dem er bezweifelte, dass "man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann". Und noch in einem weiteren Fall ermittelt die Justiz in Thüringen gegen den AfD-Mann: Denn Höcke soll Scheingehälter für seinen Wahlkreismitarbeiter abgerechnet haben.

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Quelle: n-tv.de

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