Politik

"Heute leben sie in Reservaten": AfD vergleicht Deutsche mit Indianern

Im Netz ist schon vom "dümmsten Tweet des Jahres" die Rede. Ein Kreisverband der Alternative für Deutschland prophezeit den Deutschen das Schicksal der amerikanischen Ureinwohner - wenn es mit der "unbegrenzten Einwanderung so weiter geht".

Das Schwarz-Weiß-Portrait eines Indianer-Häuptlings, darüber prangen warnend die Sätze: "Die Indianer konnten die Einwanderung nicht stoppen. Heute leben sie in Reservaten." Dieses Bild hat der Kreisverband Rhein-Sieg der AfD auf seinem Twitter-Account gepostet. Dazu kommentiert er: "Und wenn das mit der unqualifizierten und unbegrenzten Einwanderung so weiter geht, droht Deutschland genau das."

Seit Donnerstag ziert dieser Tweet das Profil der AfD - er hat mehr als 100 Kommentare provoziert. Die meisten strotzen vor Spott. "Und da wundert sich die AfD, dass sie als populistische Partei wahrgenommen wird", schreibt ein Internetnutzer. "Diesen schwachsinnigen Vergleich habe ich zum ersten Mal von Udo Pastörs gehört", schreibt ein anderer und spielt auf den Spitzenpolitiker der rechtsextremen NPD an. Blogger sprechen bereits vom "dümmsten Tweet des Jahres".

Anlass für den Post sah der Kreisverband in der wachsenden Zahl der Zuwanderer in Deutschland. Insgesamt leben derzeit mehr als sieben Millionen Ausländer in der Bundesrepublik. Das ist der höchste je gemessene Wert. Auch die Zahl der Asylbewerber stieg in der ersten Jahreshälfte 2014 deutlich. 62.000 Menschen suchten Schutz in Deutschland, fast 24.000 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises verteidigen sich im Netz, indem sie ihren Kritikern angesichts dieser Entwicklungen "Verständnisprobleme" vorwerfen. Auch vom "intellektuellen Grauen" ist in einem Post die Rede. Zudem könne von Populismus keine Rede sein. "Alle Parteien haben populistische Ziele (= für das Volk)", heißt es belehrend.

Dabei scheinen die Mitglieder des Rhein-Sieg-Kreises offenbar selbst Verständnisprobleme zu haben. Die Bundesrepublik nimmt Zuwanderer freiwillig auf - entweder aus humanitären Gründen oder zum eigenen Nutzen, wenn es sich zum Beispiel um Fachkräfte handelt. Den Ureinwohnern Amerikas wurde ihr Land mit Waffengewalt entrissen.

Quelle: n-tv.de

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