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Die AfD schürt Angst vor einem Niedergang des Euro - und verdient zugleich an einer angeblich sicheren Alternative.
Die AfD schürt Angst vor einem Niedergang des Euro - und verdient zugleich an einer angeblich sicheren Alternative.(Foto: picture alliance / dpa)

Das Geschäft läuft gut: AfD verkauft Gold statt Viagra

Die AfD verkauft Gold, um mehr staatliche Unterstützung zu bekommen. Ob das ein legitimes Geschäftsmodell ist, prüft der Bundestag derzeit. Sicher ist: Es funktioniert. Ursprünglich gab es neben dem Goldhandel nämlich auch andere Pläne.

Die Alternative für Deutschland (AfD) handelt mit Gold – und verbucht damit Erfolge: In nur elf Werktagen hat die eurokritische Partei Münzen und Goldbarren im Wert von 1,6 Millionen Euro verkauft, wie der "Spiegel" berichtet. Rund 800 Kunden hätten über den Online-Shop bereits 1,3 Millionen Euro auf das AfD-Konto überwiesen. Das Geschäftsmodell ist allerdings umstritten. Nach Angaben des Blattes prüft die Bundestagsverwaltung derzeit dessen Rechtmäßigkeit, auch Experten des Arbeitskreises Parteienfinanzierung seien mit eingebunden.

Auch in der Parteispitze hatte das Geschäft mit dem Gold von Anfang an nicht nur Freunde. In der Diskussion sollen auch andere Finanzierungsmodelle gewesen sein – zum Beispiel der Handel mit Viagra. Doch das sei der Partei dann doch zu heikel gewesen, schreibt der "Spiegel". "Davon haben wir Abstand genommen", sagte Parteisprecher Christian Lüth dem Magazin.

Die AfD sieht sich gegenüber den etablierten Parteien benachteiligt. Die Partei will mit dem Verkauf von Goldbarren und -münzen ihre Finanzen sanieren. Mindestens zwei Millionen Euro sollen eingenommen werden - nur dann würde sie nicht nur drei Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen für 2014 erhalten, sondern die ihr maximal zustehende Summe von fünf Millionen Euro.

Banken fürchten keine Konkurrenz

Maßstab für die Verteilung der staatlichen Zuschüsse ist neben dem Wahlerfolg und den Mitgliedsbeiträgen einer Partei auch die Summe der eingenommenen Spenden - oder eben Einnahmen aus "Unternehmenstätigkeit". Auch andere Parteien verdienen zum Beispiel mit bedruckten Werbeartikeln zusätzliches Geld.

Doch wie lukrativ ist die Investition in AfD-Gold tatsächlich? Laut "Spiegel" liegen die Goldpreise im Parteishop teils deutlich höher als die der Banken. Es sei "klar, dass der AfD-Goldshop vielfach teurer ist als Angebote von der Bank", zitiert das Blatt Michael Kemmer, Geschäftsführer des Bankenverbandes. AfD-Bundesvorstand Konrad Adam sagte dazu dem Magazin, er habe immer davor gewarnt, dass die Partei mit den Preisen der Konkurrenz nicht mithalten könne. "Die Leute dürfen sich von unserem Angebot nicht getäuscht fühlen."

Im Online-Shop selbst will die AfD Kunden vor allem mit ihrem politischen Programm zum Goldkauf bewegen. Schließlich investiere man sein Geld nicht nur in einen stabilen Wert - das Angebot rechne sich vor allem dann, "wenn man die politische Arbeit der AfD mit bedenkt", heißt es auf der Webseite.

Quelle: n-tv.de

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