Politik
Der 60-Jährige Dogan Akhanli soll Ende der 80er Jahre an einem Raubmord in Istanbul beteiligt gewesen sein.
Der 60-Jährige Dogan Akhanli soll Ende der 80er Jahre an einem Raubmord in Istanbul beteiligt gewesen sein.(Foto: dpa)
Freitag, 13. Oktober 2017

Spanien lässt Deutschen ziehen: Akhanli wird nicht an Türkei ausgeliefert

Die Türkei lässt den deutschen Schriftsteller Akhanli in Spanien festnehmen und fordert dessen Auslieferung. Das Justizministerium in Madrid weigert sich - wie bei einem anderen türkischstämmigen Journalisten zuvor.

Der türkischstämmige Schriftsteller Dogan Akhanli aus Köln wird von Spanien nicht an die Türkei ausgeliefert. Das teilte das spanische Justizministerium in Madrid mit. Der Kölner Autor saß trotz Löschung des türkischen Suchauftrags durch Interpol in Spanien fest. Eigenen Angaben zufolge darf der Autor Spanien nun wieder verlassen und will am kommenden Mittwoch in Köln eintreffen.

Mit einer sogenannten "Red Notice" hatte die Türkei über die internationale Polizeiorganisation Interpol die Festnahme Akhanlis während eines Spanienurlaubs am 19. August erwirkt. Ziel war die Auslieferung des 60-Jährigen in die Türkei.

Akhanli kam am 20. August wieder frei, musste sich aber weiter in Spanien aufhalten. Hintergrund der Festnahme war nach Angaben von Akhanlis Anwalt der Vorwurf, dieser sei 1989 an einem Raubmord in Istanbul beteiligt gewesen - ein Vorwurf, von dem er vor einem türkischen Gericht zunächst freigesprochen worden war.

Der Schriftsteller steht der Regierung in Ankara kritisch gegenüber. Er habe negativ über die türkische Politik und Geschichte geschrieben, sagte Akhanli. "Das gefällt der Türkei bestimmt nicht. Sie möchten mich zum Schweigen bringen."

Die spanische Regierung hatte zuvor bereits verkündet, den schwedisch-türkischen Schriftsteller und Journalisten Hamza Yalçin nicht an Ankara auszuliefern. Yalçin habe in Schweden Flüchtlingsstatus. Der 59-jährige Yalçin war am 3. August auf dem Flughafen Barcelona auf Betreiben der Türkei festgenommen worden, weil auch gegen ihn eine "Red Notice" vorlag.

Quelle: n-tv.de

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