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Altkanzler Schröder bei seinem Treffen mit dem Chef des Nationalen Sicherheitsrats: gelöste Stimmung
Altkanzler Schröder bei seinem Treffen mit dem Chef des Nationalen Sicherheitsrats: gelöste Stimmung(Foto: picture alliance / dpa)

Termine wie ein Außenminister: Altkanzler Schröder besucht Teheran

Gerhard Schröder hatte schon einen guten Draht in den Iran, als dort die Beziehungen zum Rest der Welt noch eiszeitlich waren. Das zahlt sich heute aus: Der Altkanzler trifft eine Reihe von Leuten, die ein normaler Wirtschaftsberater nie zu Gesicht bekäme.

Altkanzler Gerhard Schröder hat am ersten Tag seines Aufenthalts in Teheran Gespräche mit führenden iranischen Politikern geführt. Schröder war am Montag mit einer großen deutschen Wirtschaftsdelegation in Teheran eingetroffen. Eigentlich standen nur Verhandlungen mit Wirtschaftsfunktionären auf der Agenda, aber schon wenige Stunden nach seiner Ankunft trafen ihn drei der Top-Politiker. Die Agenda glich der eines wichtigen amtierenden Außenministers.

Als ersten traf er Ali Schamchani, den Chef des Nationalen Sicherheitsrats. Danach hatte er ein Treffen mit Ex-Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani, Mentor und erster Berater von Präsident Hassan Ruhani. Dann führte Schröder auch Gespräche mit Außenminister Mohammed Dschawad Sarif über die jüngsten politischen Entwicklungen im Iran und in der Region.

Schröder werde außerdem noch den iranischen Öl- und den Industrieminister sowie den Präsidenten der Zentralbank treffen. Auch die hiesige Presse zeigte großes Interesse an dem Besuch. Außenminister Sarif zeigte sich während des Treffens mit dem Altkanzler zuversichtlich, dass Teheran und Berlin nach einer endgültigen Umsetzung des Atomabkommens eine neue Ära der bilateralen Zusammenarbeit beginnen würden. Außerdem versicherte er Schröder, dass der Iran weiterhin eine verantwortungsbewusste und konstruktive Rolle bei der Lösung des Syrien-Konflikts und dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat spielen werde.

Die Schröder-Reise war ursprünglich für Anfang November geplant, wurde aber wegen des Todes des Altkanzlers Helmut Schmidt verschoben. Schröder war schon einmal in Teheran: Im Februar 2009 besuchte er den Iran auf Einladung von Madschid Samii, eines iranischen Neurochirurgen und alten Bekannten aus Hannover.

Quelle: n-tv.de

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