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Jemeniten, die eine mutmaßliche Streubombe US-amerikanischer Produktion tragen und Anti-saudische Parolen rufen.
Jemeniten, die eine mutmaßliche Streubombe US-amerikanischer Produktion tragen und Anti-saudische Parolen rufen.(Foto: picture alliance / dpa)

Vorwürfe gegen Saudi-Arabien: Amnesty will Streubombeneinsatz belegen

Menschenrechtler beschuldigen Saudi Arabien gegen humanitäres recht verstoßen zu haben. Das Militär habe in jemenitischen Sanaa Streubomben aus den USA eingesetzt. Der Vorwurf erklingt nicht zum ersten Mal. Amnesty will nun Beweise vorlegen.

Amnesty International hat nach eigenen Angaben Beweise dafür, dass die arabische Militärkoalition bei Angriffen auf Sanaa Streubomben eingesetzt hat. Die Menschenrechtsorganisation erklärte, es gehe um einen Angriff des von Saudi-Arabien angeführten Bündnisses am 6. Januar auf das Viertel Muin im Westen der jemenitischen Hauptstadt. Dabei seien Streubomben aus US-Produktion abgeworfen worden. Ein Jugendlicher sei getötet und mindestens sechs Zivilisten verletzt worden.

Amnesty gab an, mehrere Einwohner, Angehörige der Opfer, Mitglieder der Sicherheitskräfte und Fotografen befragt zu haben. Die Koalition sei die einzige Konfliktpartei, die fähig sei, aus der Luft Bomben abzuwerfen, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Sie forderte den sofortigen Stopp des Einsatzes von Streubomben, deren Produktion und Einsatz durch eine Konvention aus dem Jahr 2008 verboten ist. Saudi-Arabien und die meisten anderen Mitglieder der Koalition haben diese allerdings nicht unterzeichnet.

Amnesty erklärte aber, auch ohne eine Unterschrift verbiete das internationale humanitäre Recht den Einsatz von Streubomben, da sie Zivilisten gefährden. Die Militärkoalition hatte kürzlich Vorwürfe von Human Rights Watch zurückgewiesen, wonach das Bündnis bereits im Oktober Streubomben eingesetzt habe. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte sich "beunruhigt" über den Bericht geäußert und gemahnt, dass der Einsatz von Streubomben in Wohnvierteln ein Kriegsverbrechen darstellen könne.

Quelle: n-tv.de

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