Politik
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge arbeitet inzwischen vermehrt komplexe Altfälle ab.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge arbeitet inzwischen vermehrt komplexe Altfälle ab.(Foto: picture alliance / Fredrik von E)
Donnerstag, 08. Juni 2017

Mehr Bearbeitungszeit benötigt: Antragsteller warten immer länger auf Asyl

In Deutschland ziehen sich Asylverfahren immer mehr in die Länge. Bereits seit 2015 steigt die Bearbeitungszeit immer weiter an. Im Schnitt dauert die Bearbeitung nun mehr als dreimal so lange wie von der Bundesregierung angestrebt.

Die Asylverfahren in Deutschland dauern im Schnitt immer länger. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) brauchte im ersten Quartal dieses Jahres für die Bearbeitung eines Antrags durchschnittlich 10,4 Monate. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor.

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit steigt bereits seit Längerem: Im vierten Quartal 2016 lag sie bei 8,1 Monaten, im gesamten vergangenen Jahr bei 7,1 Monaten und im Jahr davor bei 5,2 Monaten. Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, nannte dies eine "desaströse Bilanz", denn die Bundesregierung habe einst eine Verfahrensdauer von drei Monaten angestrebt.

Das Ministerium begründet den Anstieg damit, dass inzwischen vermehrt komplexe Altfälle abgearbeitet würden. Wenn man nur die neuen Verfahren betrachte, sei die Bearbeitungsdauer deutlich kürzer: Bei rund 70.800 Verfahren, die von Oktober 2016 und März 2017 beim Bamf eingegangen sind und entschieden wurden, habe die Bearbeitungsdauer nur bei 1,9 Monaten gelegen.

Überdurchschnittlich lange hatten im ersten Quartal beispielsweise Menschen aus Guinea (16,1 Monate), Russland (15,2 Monate), Somalia (14,9 Monate) und Nigeria (14,4 Monate) auf ihren Asylbescheid gewartet. Albaner bekamen ihren Bescheid im Schnitt nach 5,6 Monaten, Syrer nach 7,5 Monaten. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mussten zuletzt im Schnitt 11,3 Monate auf eine Entscheidung warten. Im vierten Quartal des Vorjahres waren es noch 9,5 Monate.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen