Politik
Erst im August war die "Arctic Sunrise" nach Monaten des Zwangsaufenthalts im russischen Murmansk wieder im Heimathafen von Amsterdam eingelaufen.
Erst im August war die "Arctic Sunrise" nach Monaten des Zwangsaufenthalts im russischen Murmansk wieder im Heimathafen von Amsterdam eingelaufen.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Russland folgt Spanien: "Arctic Sunrise" vor Kanaren beschlagnahmt

Zum zweiten Mal binnen eines Jahres wird das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" von den Behörden eines Staates beschlagnahmt. Nachdem es im vergangenen Jahr in Russland festgesetzt wurde, geht nun Spanien gegen die Umweltschützer vor.

Wegen einer Protestaktion gegen Ölbohrungen vor der Küste der Kanarischen Inseln haben Spaniens Behörden das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" beschlagnahmt. Wie Verteidigungsminister Pedro Morenés im Parlament sagte, habe die Besatzung des Schiffes eine maritime Sperrzone missachtet und sich den Anweisungen der Marine widersetzt, als diese die Umwelt-Aktivisten zum Umkehren aufforderte. Die Kaution für das Schiff wurde laut Greenpeace auf 50.000 Euro angesetzt. Nach Angaben von Greenpeace wurde auch der US-Kapitän bis zur Zahlung der Kaution in Gewahrsam genommen.

Die Besatzung der "Arctic Sunrise" habe mit ins Wasser gelassenen Beibooten versucht, ein Forschungsschiff des Energiekonzerns Repsol "zu schikanieren und zu entern", sagte Morenés. Das Repsol-Schiff sollte vor den Kanaren Probebohrungen zur Erkundung möglicher Öl- und Gasvorkommen vornehmen. Die Regierung hatte Greenpeace zuvor vorgeworfen, das Repsol-Schiff habe geentert werden sollen. Dies wies Greenpeace zurück.

Greenpeace veröffentlichte ein Video, in dem drei Boote der Marine die Greenpeace-Beiboote rammen, als diese sich dem großen Schiff des Ölkonzerns nähern. Dabei sei ein italienischer Aktivist ins Wasser gestürzt und verletzt worden, teilte Greenpeace mit. Die Umweltschutz-Organisation unterstrich, dass sie bei ihrem Protest ausschließlich friedliche Mittel eingesetzt und zu keinem Zeitpunkt einen Versuch zum Entern des Repsol-Schiffes unternommen habe.

Ereignisse erinnern an russisches Vorgehen

Bereits vor einigen Wochen waren Greenpeace-Aktivisten mit der unter niederländischer Flagge fahrenden "Arctic Sunrise" in die Gewässer vor den Kanaren gereist. Mittlerweile liegt das Schiff im Hafen von Arecife auf der Insel Lanzarote fest.

Die Ereignisse vor den Kanaren erinnern an die Geschehnisse, in welche die "Arctic Sunrise" im vergangenen Jahr in den Gewässern der russischen Arktis verwickelt gewesen war. Damals wurde das Schiff in der Barentsee von russischen Soldaten geentert und 30 Aktivisten und Journalisten an Bord festgenommen.

Erst Wochen später wurden sie nach massivem internationalem Protest auf Kaution wieder freigelassen. Damals hatten die Umweltschützer den Versuch unternommen, eine Bohrinsel des russischen Staatskonzerns Gazprom in der Barentssee einzunehmen. Erst im Juni wurde das bis dahin im Hafen von Murmansk liegende Schiff wieder freigegeben.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen