Politik

Folterzentren für US-Gefangene?: Assange prangert an

In einem Fernsehinterview erzählt Wikileaks-Gründer Assange von Folterzentren in arabischen Ländern, hochrangigen Funktionären, die als CIA-Spione arbeiten - und was passieren wird, wenn er selbst hinter Gitter müsste. Derweil gibt es in Frankreich Aufregung über eine bereits veröffentlichte Depesche.

Julian Assange, wehrhaft.
Julian Assange, wehrhaft.(Foto: AP)

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat für den Fall seiner Ermordung oder langer Haft mit der Veröffentlichung aller Dokumente gedroht, die im Besitz seiner Organisation sind. "Wenn ich dazu gezwungen werde, könnten wir bis zum Äußersten gehen und jedes einzelne Dokument, das wir haben, zugänglich machen", sagte Assange dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira. 2000 Webseiten stünden in diesem Fall bereit, um das derzeit durch Passwörter geschützte Material ins Internet zu stellen.

Den letzten Teil des viel beachteten Interviews strahlte Al-Dschasira am Mittwochabend aus. Assange berichtete, dass zahlreiche hohe Funktionsträger in der arabischen Welt engste Kontakte zum US-Geheimdienst CIA unterhielten. "Diese Funktionsträger sind Spione der USA in ihrem eigenen Land." Namen nannte er nicht.

Einige arabische Länder hätten eigene Folterzentren eingerichtet, um dort von Washington überstellte Gefangene zu verhören und zu "bearbeiten". Auch hier ging Assange nicht auf Einzelheiten ein.

Aufregung in Frankreich

Öffentliche Gelder für Wahlkampfzwecke verwendet? Gabuns Ex-Präsident Omar Bongo mit Nicolas Sarkozy.
Öffentliche Gelder für Wahlkampfzwecke verwendet? Gabuns Ex-Präsident Omar Bongo mit Nicolas Sarkozy.(Foto: REUTERS)

Für Aufregung sorgen derweil weitere Wikileaks-Enthüllungen in Frankreich. Das Online-Magazin Mediapart berichtete unter Berufung auf eine von der Plattform veröffentliche US-Depesche, dass Präsident Nicolas Sarkozy finanzielle Unterstützung vom früheren Präsidenten von Gabun, Omar Bongo, erhalten habe.

Dem Papier zufolge hatten Bongo und seine Familie über mehrere Jahre hinweg insgesamt 36 Millionen Euro öffentlicher Gelder für private Zwecke abgezweigt. Ein Teil dieses Geldes sei "an mehrere politische Parteien in Frankreich und zur Unterstützung von Nicolas Sarkozy" geflossen. Der Elysée äußerte sich nicht zu dem Bericht.

Wikileaks braucht Geld

An den Weihnachtsfeiertagen hatte Julian Assange zuvor angekündigt, seine Memoiren schreiben zu wollen. Er will damit bis zu einer Million Pfund, also rund 1,17 Millionen Euro kassieren. Das Geld sei nötig, um die Internetplattform am Laufen zu halten und um sich selbst gegen Missbrauchsvorwürfe in Schweden zu verteidigen, sagte Assange der Londoner Zeitung "Sunday Times": "Ich will dieses Buch nicht schreiben, aber ich muss".

Derzeit versucht der 39-jährige Australier, seine Auslieferung von Großbritannien nach Schweden zu verhindern. Er befürchtet, von Schweden in die USA abgeschoben zu werden. Dort hatte US-Vizepräsident Joe Biden Assange als "Hightech-Terroristen" bezeichnet.

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Quelle: n-tv.de

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