Politik
Für Tausende Flüchtlinge ist die Reise mittlerweile an der griechisch-mazedonischen Grenze vorbei - sie werden nicht als Kriegsflüchtlinge eingestuft.
Für Tausende Flüchtlinge ist die Reise mittlerweile an der griechisch-mazedonischen Grenze vorbei - sie werden nicht als Kriegsflüchtlinge eingestuft.(Foto: dpa)

Zustrom verändert sich: Athen: Kaum noch Kriegsflüchtlinge

Seit fast zwei Wochen kommen auf der Balkanroute nur noch Kriegsflüchtlinge weiter, Wirtschaftsmigranten sitzen in Griechenland fest. Neue Zahlen aus Athen belegen auf dieser Grundlage eine Veränderung des Flüchtlingsstroms.

Video

In Griechenland kommen kaum noch Kriegsflüchtlinge an, sondern vor allem Wirtschaftsflüchtlinge. Nach Angaben aus Athen ist nur noch jeder Zehnte, der aus der Türkei nach Griechenland übersetzt, ein Mensch auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Der stellvertretende Verteidigungsminister Dimitris Vitsas sagte dem Fernsehsender ANT1 zur Begründung: "Wenn wir die Afghanen als Migranten einstufen, dann sind mittlerweile 90 Prozent dieser Menschen Wirtschaftsmigranten."

Die Staaten auf der Balkanroute lassen seit fast zwei Wochen nur noch Syrer und Iraker weiter. Alle anderen stufen sie als Menschen ein, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Europa wollen. An der griechisch-mazedonischen Grenze bei Idomeni sitzen deswegen bereits mehr als 11.000 Migranten fest.

Für die Migranten, die in Thessaloniki bei Diavata und nahe Athen bei Schisto festsitzen, haben die griechischen Behörden nach eigenen Angaben mittlerweile zwei größere Lager gebaut. Dort sollen jeweils 4000 Menschen Platz finden. Zudem werden fünf neue Lager entlang eines Streifens errichtet, der etwa 15 bis 20 Kilometer südlich der Grenze Griechenlands zu Mazedonien liegt. Dort sollen nach der Fertigstellung in der kommenden Woche noch einmal 10.000 Menschen untergebracht werden - ein kleines Zeltlager bei Idomeni soll bereits fertig sein.

Zuletzt hatte EU-Kommissionspräsident Donald Tusk Migranten am Donnerstag davor gewarnt, nur aus wirtschaftlichen Gründen nach Europa zu kommen. Der "Prozess des Durchwinkens" werde aufhören, kündigte er nach einem Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Tsipras in Athen an. "Ich appelliere an alle potenziellen illegalen Wirtschaftsmigranten - egal woher sie stammen: Kommen Sie nicht nach Europa. Riskieren Sie ihr Leben und ihr Geld nicht. Es ist alles umsonst."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen