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Das IAEA-Papier könnte das Ende des 13 Jahre währenden Atomstreits markieren: Blick auf die iranischen Nuklearanlagen in Buschehr (Archivbild).
Das IAEA-Papier könnte das Ende des 13 Jahre währenden Atomstreits markieren: Blick auf die iranischen Nuklearanlagen in Buschehr (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Rätselhafte Verspätung in Wien: Atomexperten lassen Teheran warten

Wann fällt der Startschuss für den Wirtschaftsboom im Iran? Der alles entscheidende Bericht der Wiener IAEA-Fachleute kommt offenbar später als erwartet. Noch ist unklar, welche Gründe sich hinter der ungewöhnlichen Verzögerung verbergen.

Der entscheidende Bericht der Atomenergiebehörde (IAEA) zur möglichen Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran steht noch aus. Teheran hatte erwartet, dass die Behörde mit Sitz in Wien ihre Stellungnahme - wie angekündigt - noch vor dem Wochenende vorlegt und dabei den Rückbau des iranischen Atomprogramms bescheinigt.

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Bis zum späten Nachmittag (MEZ) lag von der IAEA noch kein offizielles Papier vor. Die Gründe dafür waren unklar. Allerdings schlossen Diplomaten nicht aus, dass der Bericht doch noch bis zum Ende des Tages veröffentlicht wird. Im Umfeld der IAEA in Wien sorgte die ungewöhnliche Verzögerung für Unruhe unter politischen Beobachtern.

Schließlich steht mit der Veröffentlichung des Berichts sehr viel auf dem Spiel: Erst wenn die IAEA erklärt, dass der Iran unter anderem rund  13.000 Zentrifugen abgebaut hat, kann die internationale Gemeinschaft die Sanktionen aufheben. Die EU hat dafür nach Angaben von Diplomaten bereits letzte Vorbereitungen getroffen. Der Bericht könnte damit den Startschuss für eine neue Ära der wirtschaftlichen Zusammenarbeit liefern.

Agrarwirtschaft steht in den Startlöchern

Im Sommer 2015 hatten sich die UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich) sowie Deutschland mit dem Iran auf einen historischen Atomvertrag geeinigt. Teheran sollte die Sorgen vor einer iranischen Nuklearwaffe durch eine radikale Umstrukturierung seines Atomprogramms zerstreuen. Dafür wurde ein Ende der Sanktionen in Aussicht gestellt.

Wie weit die Vorbereitungen auf allen Ebenen von Politik und freier Wirtschaft in diese Richtung bereits gediehen sind, zeigt ein Beispiel aus dem Agrarsektor. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt will mit dem Ende der Sanktionen gegen den Iran eine weitreichende Zusammenarbeit in die Wege leiten.

"Mein Ziel ist es, der deutschen Wirtschaft den Weg zu ebnen für direkte Geschäftsbeziehungen", sagte Schmidt nach einem Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen Mahmoud Hojjati anlässlich der Agrarmesse "Grüne Woche" in Berlin. Die Minister unterzeichneten eine Absichtserklärung, wonach beide Seiten unter anderem bei Handel, Agrarforschung, Ausbildung und einer nachhaltigen Agrarproduktion kooperieren wollen.

Schmidt plant noch im ersten Halbjahr eine Reise in den Iran. Sein Ministerium will sich im April an einer dortigen Landtechnikmesse beteiligen. Voraussetzung für die neue Zusammenarbeit ist allerdings auch hier ein zustimmender Bericht der IAEA.

Quelle: n-tv.de

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