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Maas: Angriffe waren geplant: BKA überprüft Sex-Attacken bundesweit

An Silvester attackieren Männergruppen in mehreren deutschen Städten Frauen, vergreifen sich an ihnen und rauben sie aus. Das Bundeskriminalamt will gegen solche Übergriffe systematisch vorgehen und untersucht nun Fälle in ganz Deutschland.

Die deutschen Sicherheitsbehörden reagieren auf Kritik und Verunsicherung in der Bevölkerung nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht. Das Bundeskriminalamt (BKA) will hierfür zunächst ein bundesweites Lagebild erstellen, um das Vorgehen gegen die Tätergruppen besser abstimmen zu können. "Dazu werden kurzfristig die Fakten zu gleich gelagerten Vorfällen aus allen Bundesländern zusammentragen, um ein genaues Bild der Lage zu ermöglichen", teilte das BKA der "Welt am Sonntag" mit.

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Das Vorgehen sei gemeinsam mit den Leitern der Kriminalpolizeien der Länder beschlossen worden. Auf der Basis würden dann bundesweit "Bekämpfungsansätze" umgesetzt, erklärte das BKA. Außer am Kölner Hauptbahnhof hatte es auch in Stuttgart und Hamburg in der Silvesternacht zahlreiche sexuelle Übergriffe und andere kriminelle Taten von Gruppen von Männern gegeben, die offenbar aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum stammten.

Die Behörde erklärte, es nehme "die Ereignisse der Silvesternacht wie auch die damit verbundene Verunsicherung in der Bevölkerung sehr ernst". Das BKA kenne aus einigen arabischen Ländern das Phänomen der gemeinschaftlich begangenen sexuellen Belästigung von Frauen in der Öffentlichkeit. Dort komme es etwa bei Kundgebungen zu Übergriffen, die von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigung reichten.

Besonders in Ägypten hatten während der Proteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo im Frühjahr 2011 zahlreiche Frauen über sexuelle Angriffe geklagt. Sie hatten dahinter auch eine Taktik der Regierung vermutet, Frauen von der Teilnahme an den Protesten abzuschrecken. Das BKA erklärte, in Deutschland habe es ein ähnliches Phänomen bisher nicht gegeben.

"Noch einmal eine andere Dimension"

Schon länger registriert das BKA allerdings das sogenannte Antanzen von Opfern. Diese Methode diene dazu, Taschen- und Trickdiebstähle zu verüben, bei denen Bargeld, Smartphones und andere Wertgegenstände gestohlen würden. "Bei den polizeilich bekannt gewordenen Tätern handelt es sich bisher mehrheitlich um junge nordafrikanische Männer", erklärte das Bundeskriminalamt. Nach Erkenntnissen der Wiesbadener Behörde gehen die Straftäter hierbei zumeist in kleinen Gruppen vor.

In Köln hatten sich in der Silvesternacht nach Polizeiangaben kleinere Gruppen aus einer Menge von rund 1000 Männern gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen. Die Zahl der Strafanzeigen nach den Geschehnissen erhöhte sich nach und nach auf fast 400. Zahlreiche Opfer und Zeugen sprachen von Tätern nordafrikanischer oder arabischer Herkunft.

Bundesjustizminister Heiko Maas ist davon überzeugt, dass die Silvester-Angriffe in Köln organisiert waren. Er sagte der "Bild am Sonntag", "wenn sich eine solche Horde trifft, um Straftaten zu begehen, scheint das in irgendeiner Form geplant worden zu sein". Es müsse nun genau geprüft werden, ob ein Zusammenhang zwischen den Attacken in verschiedenen deutschen Städten besteht. Der Verdacht liege nahe, dass ein bestimmtes Datum herausgesucht wurde. In dem Fall hätten die Ereignisse "noch einmal eine andere Dimension".

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Quelle: n-tv.de

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