Politik

Klimawandel keine Priorität: Ban kritisiert Weltwirtschaft

Der UN-Generalsekretär wirft der Weltwirtschaft vor, zu wenig im Kampf gegen den Klimawandel zu unternehmen. Auf einem "Weltwirtschaftsgipfel" in Kopenhagen mahnte Ban die Unternehmen, mehr zu tun.

2kag2535.jpg4903657028988311210.jpgUN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat ein fehlendes Engagement von Unternehmen im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe beklagt. Bei einem "Weltwirtschaftsgipfel zum Klimawandel" sagte Ban in Kopenhagen: "Bisher hat nur ein kleiner Teil der Geschäftswelt und der Investoren den Klimawandel zu einer Top-Priorität erklärt." Zu viele würden "nur Däumchen drehen und darauf warten, dass andere handeln".

Gemeinsam mit dem UN-Generalsekretär appellierte der frühere US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore an die Geschäftswelt, sich mit aller Kraft für ein positives Ergebnis bei der UN-Klimakonferenz an gleicher Stelle im Dezember einzusetzen. Gore sagte in Kopenhagen vor 700 Unternehmensvertretern: "Wir können nicht irgendwann später handeln, auch nicht erst im nächsten Jahr. Es muss jetzt passieren." Voraussetzung für ein Gelingen aus Sicht der Wirtschaft seien vor allem "klare Marktregeln" bei den Kosten zur Reduzierung von CO2-Emissionen.

Gore äußerte sich lobend über den Schwenk in der Klimapolitik der USA seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama. Er sagte über die weltweite Entwicklung vor dem Kopenhagener Klimagipfel in gut einem halben Jahr: "Es gibt positive Veränderungen, aber es geht nicht schnell genug."

Wirtschaft will Anreize

Als Unternehmensvertreter sagte der Chef des größten dänischen Energiekonzerns Dong, Anders Eldrup: "Wir sind zu weitgehenden Anstrengungen gegen den Klimawandel bereit." Die Politik müsse dafür aber als Voraussetzung "langfristige Planungshorizonte, die richtigen Anreize durch einen hohen Preis auf CO2-Emissionen sowie gleiche Regeln für alle schaffen".

Eldrup wurde vor der Konferenz ebenso wie sein schwedischer Kollege Lars Josefsson vom Energiekonzern Vattenfall von Umweltschützern kritisiert, weil beide Konzerne den Bau von neuen Kohlekraftwerken in Deutschland befürworten oder planen. Hier mache man bei dem Klimatreffen "den Bock zum Gärtner", erklärte ein Sprecher der dänischen Attac-Organisation. Zum Abschluss des Treffens in Kopenhagen sollen am Dienstag Empfehlungen der Wirtschaft für den Weltklimagipfel im Dezember verabschiedet werden.

Quelle: n-tv.de

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