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Der Zeuge, der selbst auch mit Waffen handelte, will Beate Zschäpe nicht gekannt haben.
Der Zeuge, der selbst auch mit Waffen handelte, will Beate Zschäpe nicht gekannt haben.(Foto: dpa)

Neuer Zeuge im NSU-Prozess: Banden versorgten Neonazis mit Waffen

Ein Ex-Bandenmitglied schildert im NSU-Prozess, es sei im Osten nach der Wende ein Leichtes gewesen, sich Waffen zu beschaffen - und zu verkaufen. Rechtsradikale waren als Kunden beliebt. Man habe sie als Verbündete gegen ausländische Konkurrenz gesehen.

Kriminelle Banden sollen die rechtsextreme Szene in Jena in den 90er Jahren nach Aussage eines Zeugen im NSU-Prozess mit Waffen versorgt haben. Ein ehemaliges Bandenmitglied sagte vor dem Oberlandesgericht München, seine Gruppe habe Rechtsradikale bewaffnet, weil man sich von ihnen Unterstützung gegen "vorrückende Türken- und andere Ausländerbanden" versprochen habe.

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Seine Bande habe nie Probleme gehabt, sich Waffen zu besorgen. "Ich hätte mich zudecken können mit Waffen", sagte er. Ihm zufolge stammten sie von abziehenden russischen Soldaten nach dem Ende der DDR, von einer Mafia-Gruppe und von Waffenhändlern in der Schweiz, deren Namen er nicht nennen wollte. Auf die Frage des Richters Manfred Götzl, ob er die Hauptangeklagte Beate Zschäpe oder einen der vier Mitangeklagten kenne, deutete er auf André E. und Ralf Wohlleben. Zschäpe kenne er dagegen nicht.

Anführer der Bande seien Zwillinge aus Jena gewesen. Die Frage des Richters, ob diese die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gekannt hätten, wollte der 49-jährige Zeuge nicht beantworten, weil er sich bedroht fühle. "Ich habe ein Kind", sagte er und forderte für die weitere Vernehmung einen Anwalt - dieser wurde ihm zugesagt. Der Richter kündigte an, den Zeugen erneut zu laden.

Befangenheitsantrag gegen Götzl abgelehnt

Derweil wurde die für Mittwoch geplante Vernehmung der Zwillinge verschoben. Am Rande der Verhandlung wurde bekannt, dass das Gericht den jüngsten Befangenheitsantrag Zschäpes gegen Götzl abgelehnt hat. Zschäpe muss sich als mutmaßliche Mittäterin für die zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge verantworten, die die Bundesanwaltschaft dem "Nationalsozialistischen Untergrund" vorwirft. Als Motiv nimmt die Anklage Rassismus und Fremdenhass an.

Wohlleben ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, weil er die Pistole vom Typ "Ceska" beschafft haben soll, mit der neun der zehn NSU-Morde verübt worden sein sollen. Die "Ceska" ist die einzige NSU-Waffe, deren Herkunft als geklärt gilt.

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Quelle: n-tv.de

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