Politik

Produktion gegen die Dritte WeltBauern kritisieren Agrarfabriken

08.11.2009, 14:05 Uhr

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft warnt vor dem Trend zur gewerblichen Massentierhaltung. Es werde für den subventionierten Export produziert, durch den unter anderem in der Dritten Welt Kleinbauern vom Markt gedrängt würden.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft in Niedersachsen (AbL) hat vor dem Trend zur gewerblichen Massentierhaltung gewarnt. Man brauche Bauernhöfe mit artgerechter Haltung statt Agrarfabriken, sagte AbL-Sprecher Eckehard Niemann bei der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft.

Schon jetzt gebe es bei Schweinen oder Hühnern einen Überschuss. Es werde für den subventionierten Export produziert, durch den unter anderem in der Dritten Welt Kleinbauern vom Markt gedrängt würden, so Niemann. Zusammen mit Tierschützern und Bürgerinitiativen sei nun eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft gegen Tierfabriken gegründet worden.

Beim Hühnerfleisch stagniere der Verbrauch, doch die Produktion steige, sagte Niemann. Als Beispiel nannte der den Kreis Emsland. Alleine hier gebe es derzeit 30 Millionen Plätze für die Hähnchenmast, 10 Millionen weitere seien beantragt. "Da ist kein Platz mehr", sagte Niemann und kritisierte den Bauernverband, der die Entwicklung unterstütze. Vertreter von Bürgerinitiativen beklagten, dass Verbraucher zu wenig über die Problematik der industriellen Massentierhaltung wüssten. Hier müsse es mehr Aufklärung geben.

Quelle: dpa