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Bericht: Bis zu 1,5 Millionen: Behörden rechnen mit höherer Flüchtlingszahl

Wie viele Flüchtlinge erreichen Deutschland in diesem Jahr? Sicher scheint: Die Prognose der Bundesregierung von offiziell bis zu einer Million ist wohl nicht zu halten. Ein internes Papier soll nun belegen, womit die Behörden rechnen: mit bis zu 1,5 Millionen Asylbewerbern.

Deutsche Behörden rechnen laut "Bild"-Zeitung inzwischen mit deutlich mehr Flüchtlingen in diesem Jahr als bisher vorausgesagt. Unter Berufung auf eine als vertraulich eingestufte interne Prognose heißt es, Behörden gingen davon aus, dass zwischen Oktober und Dezember bis zu 920.000 weitere Asylbewerber nach Deutschland kämen. Damit würde die Zahl der Flüchtlinge in diesem Jahr auf bis zu 1,5 Millionen steigen.

Bislang geht die Bundesregierung offiziell von 800.000 bis zu einer Million Flüchtlinge in diesem Jahr aus. Welche Behörden genau diese neue interne Prognose abgaben, wird in dem "Bild"-Bericht nicht ausgeführt.

In dem Behördenpapier heißt es laut "Bild", der "Migrationsdruck" werde weiter zunehmen. Für das vierte Quartal würden 6000 bis 10.000 "illegale Grenzübertritte" pro Tag erwartet. Diese hohe Zahl an Asylbewerbern drohe "zu einer extremen Belastung für Länder und Kommunen zu werden". Es drohe ein "Zusammenbruch der Versorgung". Wohncontainer und mobile sanitäre Einrichtungen für Flüchtlingsunterkünfte seien kaum noch zu beschaffen.

Ein Problem sei zudem der Familiennachzug anerkannter Asylbewerber, zitiert die Zeitung weiter aus dem Papier. "Aufgrund der familiären Strukturen in den Herkunftsstaaten des Nahen Ostens" müsse damit gerechnet werden, dass jeder anerkannte Flüchtling aus der Region, der in Deutschland Asyl erhält, im Durchschnitt vier bis acht Angehörige nachziehen lassen könne.

Der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, Lorenz Caffier, hatte der "Welt am Sonntag" gesagt, er erwarte in diesem Jahr insgesamt 1,2 bis 1,5 Millionen Flüchtlinge in Deutschland. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat wiederholt betont, es sei derzeit sehr schwer, genaue Zahlen zu ermitteln. Es gebe Unsicherheiten, weil sich ein "nicht unerheblicher Teil" der Flüchtlinge der Registrierung entziehe oder trotz Registrierung an einen anderen Ort weiterziehe.

Quelle: n-tv.de

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