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Belgien erhofft sich mit seinem Vorschlag eine Verbesserung der Überwachung von Extremisten.
Belgien erhofft sich mit seinem Vorschlag eine Verbesserung der Überwachung von Extremisten.(Foto: imago/Markus Heine)

"Eine europäische CIA": Belgien will einen EU-Geheimdienst

Hätte ein europäischer Geheimdienst die blutigen Terroranschläge von Paris verhindern können? Der belgische Ministerpräsident Charles Michel ist davon überzeugt. Er fordert einen Datenaustausch nach amerikanischem Vorbild.

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel hat die Gründung eines europäischen Geheimdienstes nach dem Vorbild der CIA in den USA gefordert. "Wir müssen schnell einen europäischen Geheimdienst schaffen, eine europäische CIA", sagte Michel dem Rundfunksender RTL. Angesichts der Gefahr, die von Dschihadisten ausgehe, müssten die Informationen über Verdächtige ausgetauscht und diejenigen "mit feindseligen Absichten enttarnt werden", fügte Michel hinzu.

Der Aufruf Michels erfolgte vor dem Hintergrund der Pariser Anschläge mit 130 Toten vom 13. November, die zum Teil auf das Konto von Extremisten mit Wohnsitz in Belgien gingen. Michel sagte, eines der Kernprobleme der Sicherheitskräfte bestehe darin, dass die vorliegenden Informationen nur zwischen einzelnen Ländern ausgetauscht würden, nicht aber europaweit.

"Wenn Geheimdienste in der Lage wären, Informationen lückenlos auszutauschen, würde es möglicherweise nie wieder einen Anschlag geben", sagte Michel. Er räumte ein, dafür bei den europäischen Regierungen keinen Rückhalt bekommen zu haben. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve habe sehr "zögernd" reagiert.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte vor zehn Tagen gesagt: "Wir sollten jetzt nicht unsere Kräfte darauf konzentrieren, einen neuen europäischen Nachrichtendienst zu schaffen." De Maizière fügte hinzu, er könne sich "nicht vorstellen, dass wir bereit sind, dort unsere nationale Souveränität aufzugeben".

Edward Snowden als Buhman?

Der EU-Antiterrorbeauftragte Gilles de Kerchove setzt sich derweil dafür ein, dass das Europäische Parlament bis zum Jahresende ein Abkommen über den Austausch von Fluggastdaten beschließt. Der Austausch dieser Daten sei ein "zentrales Werkzeug" zur Erhöhung der Sicherheit, sagte de Kerchove in Barcelona. Wenn das EU-Parlament eine EU-Gesetzgebung dazu verhindere, dann würden die Migliedstaaten "das eben auf nationaler Ebene regeln", sagte de Kerchove dem "Handelsblatt" - "und teils sogar schärfer als von der EU geplant".

De Kerchove vertrat die Ansicht, der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden habe mit seinen Enthüllungen über den weltumspannenden Spähapparat den Anti-Terror-Kampf erschwert. Wegen der Snowden-Veröffentlichungen entwickelten die US-Internetkonzerne inzwischen Verschlüsselungscodes, die nicht mehr geknackt werden könnten, sagte der EU-Antiterrorbeauftragte. Nachrichtendienste hätten seither immer größere Schwierigkeiten, verschlüsselte Botschaften in Whatsapp oder bei Skype zu verstehen.

Quelle: n-tv.de

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