Politik
Zweites Leben mit Heißhunger auf Fleisch: Ein weiblicher Zombie.
Zweites Leben mit Heißhunger auf Fleisch: Ein weiblicher Zombie.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 21. März 2013

Politikposse im Roten Rathaus: Berlin ignoriert Zombies

Was passiert eigentlich, wenn Untote eine Stadt überrennen? Zwei Abgeordnete in Berlin fragten das nicht nur sich selbst, nachdem sie den neuesten Zombiefilm gesehen hatten, sondern auch den Senat. Ist die deutsche Hauptstadt gerüstet? Die Antwort fällt nüchtern aus.

Berlin ist für viele etwas anders als andere deutsche Großstädte. Das gilt auch für den Politikbetrieb. Den wollten die Piraten mitgestalten, als sie ins Rote Rathaus einzogen. Seither macht die Partei inhaltlich nicht viel von sich reden. Im Februar dann versuchten zwei Abgeordnete, ein neues Thema zu besetzen: Vorsorge für einen massenhaften Angriff von Untoten. Also stellten sie eine entsprechende Kleine Anfrage an den schwarz-roten Senat.

Was im Falle einer Zombie-Apokalypse passieren soll, haben sich vor allen bereits die US-Amerikaner überlegt. Etwa in einem offiziellen Handbuch der Seuchenschutzbehörde mit Verhaltensempfehlungen für Bürger. Oder in einem Seminar der Universität in Michigan. In den USA sind Politik und Bildungssystem also vorbereitet.

Christopher Lauer und Simon Kowalewski von der Piratenpartei kennen das Handbuch und sorgten sich vorrangig um die Berliner Bevölkerung, denn hier wurden sie gewählt. Der Senat nahm sich für die offizielle Antwort einen Monat Zeit, nun ist sie da.

Senat ziert sich

Ob ein schriftlicher Ratgeber für eine Zombie-Katastrophe geplant sei, so die erste Frage. Nein, antwortet die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales den beiden Abgeordneten. Es handele sich beim Vorbild aus Übersee ohnehin nur "um einen Ansatz der Problemsensibilisierung von Bevölkerungsschichten in den USA, die bislang schwer für Katastrophenvorsorge erreichbar waren." Die Art und Weise der Darstellung entspreche zudem nicht dem Verständnis des Senats von sinnvoller Katastrophenvorsorge, heißt es in der Antwort.

Die Piratenpolitiker gingen zudem ins Detail: Was sollte sich in den Haushalten der Hauptstadt befinden, um für ein Zombie-Katastrophenszenario gerüstet zu sein, so die entsprechende Frage. Hierauf reagiert der Senat ebenso pragmatisch und verweist per Weblink auf die Vorschläge des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Für den Berliner Senat macht es sich damit einfach - und kategorisiert eine mögliche Zombie-Katastrophe schlicht unter "Notfallvorsorge".

Quelle: n-tv.de

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