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Millionen Besucher strömen jährlich in den Park vor den Toren von Paris.
Millionen Besucher strömen jährlich in den Park vor den Toren von Paris.(Foto: REUTERS)

Waffen, Munition, Koran: Bewaffneter in Disneyland bei Paris gestoppt

Spätestens seit den Anschlägen in Paris gilt in Frankreich erhöhte Terrorwarnstufe. In einem Vergnügungspark vor den Toren der Hauptstadt nimmt die Polizei nun einen Verdächtigen fest. Eine Sicherheitsschleuse hatte angeschlagen.

In einem Hotel im Vergnügungspark Disneyland bei Paris ist nach Angaben aus Ermittlerkreisen ein bewaffneter Mann festgenommen worden. Der 28-jährige Verdächtige habe zwei Handfeuerwaffen, Munition und einen Koran bei sich gehabt, teilte die Polizei mit. Auch die Freundin des Manns wurde demnach festgenommen. Disneyland Paris liegt rund 30 Kilometer östlich der französischen Hauptstadt und ist der besucherstärkste Vergnügungspark Europas. Im Jahr 2014 zählte die Anlage etwa zehn Millionen Besucher.

Der Verdächtige sei bei seiner Ankunft in dem Hotel, wo er zuvor eine Reservierung vorgenommen habe, durchsucht worden, berichteten Ermittler. Dabei seien die Waffen entdeckt worden. Er habe mit der Tasche den Sicherheitsalarm ausgelöst, als er durch die Metalldetektorschleuse des Parkhotels gegangen sei. Der Festgenommene sei der Polizei vor dem Vorfall nicht bekannt gewesen, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Die Polizei wurde umgehend zu dem Hotel gerufen, nahm den Mann fest und beschlagnahmte sein Auto. Zeitgleich wurde nach seiner Freundin gesucht. Beschlagnahmte Dokumente legten laut Ermittlern nahe, dass der Mann in Paris wohnt. Weitere Angaben lagen zunächst nicht vor.

In Frankreich gilt seit den islamistischen Anschlägen im vergangenen Jahr höchste Alarmstufe. Nach den Angriffen vom November in Paris mit 130 Toten wurde zudem der Ausnahmezustand verhängt.

Der Notstand gibt den Behörden weitreichende Befugnisse bei ihren Terrorermittlungen und gilt noch bis Ende Februar. Präsident François Hollande will ihn nicht nur erneut verlängern, sondern auch in der Verfassung festschreiben. Die Polizei kann während des Notstands ohne richterliche Anordnung Häuser und Wohnungen durchsuchen und die Bewegungsfreiheit von Bürgern einschränken.

Quelle: n-tv.de

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