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Mittwoch, 18. Dezember 2013

"Zustände wie in einem KZ": Bilder aus Lampedusa sorgen für Entsetzen

Der Flüchtlingsstrom nach Lampedusa reißt nicht ab. Bilder aus den Aufnahmelagern zeigen nun, dass das Elend auch nach der Ankunft auf der Insel weitergeht. Viele fühlen sich gar an Szenen aus einem KZ erinnert. Die Suche nach den Verantwortlichen beginnt.

Die erniedrigende Behandlung von Flüchtlingen in dem Aufnahmezentrum der italienischen Insel Lampedusa sorgt für grenzüberschreitendes Entsetzen. Der Fernsehsender RAI zeigte Aufnahmen, die ein Flüchtling mit versteckter Kamera gefilmt hatte. Die Bilder zeigen, wie sich Menschen in dem Zentrum reihenweise im Freien nackt an einer Wand aufstellen müssen, um dann in der winterlichen Kälte aus hygienischen Gründen mit einem Desinfektionsmittel abgespritzt zu werden. "Ihre 'Schuld' besteht darin, sich die Krätze zugezogen zu haben", kritisierte die rechtsliberale Tageszeitung Mailänder "Corriere della Sera" die Behandlung der Flüchtlinge.

In dem TV-Bericht beklagte sich ein anonym gebliebener Flüchtling, wie ein "Tier" behandelt zu werden. Er habe mindestens 65 Tage in dem Zentrum verbracht, wobei Asylsuchende eigentlich binnen von 48 Stunden in einem anderen Zentrum untergebracht werden sollten, hielt das UN-Flüchtlingswerk UNHCR fest.

EU-Kommission schaltet sich ein

Die EU-Kommission hat sich erschüttert über den Umgang mit Flüchtlingen auf der italienischen Mittelmeerinsel geäußert und juristische Schritte angedroht. "Wir haben eine Untersuchung zur entsetzlichen Behandlung in zahlreichen Auffanglagern eröffnet", erklärte Innenkommissarin Cecilia Malmström über Twitter. Ihre Behörde werde auch "nicht zögern, ein Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten", warnte sie. Italiens Regierungschef Enrico Letta versprach "gründliche" Ermittlungen zu dem Fall, um "die Verantwortlichen zu bestrafen".

Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, hat das Innenministerium in Rom für die Situation verantwortlich gemacht und von Zuständen wie in einem Konzentrationslager gesprochen. In Rom prangerte Italiens Regierungschef Enrico Letta die "schlimmen Bilder" an. Fehlverhalten werde bestraft, kündigte sein Innenminister Angelino Alfano an.

Missstände in dem zumeist überfüllten Aufnahmelager auf der kleinen Insel zwischen Tunesien und Italien hatten bereits mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt. Massive Flüchtlingswellen aus Afrika und dem Nahen Osten sorgen immer wieder für Chaos auf der Insel. Oft sind dann 1000 oder mehr Migranten in dem Zentrum untergebracht, das nur für 250 gebaut ist.

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Quelle: n-tv.de

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