Politik

Im AKW Gundremmingen tropft's: Block C geht vom Netz

Diesmal führt ein tropfender Messstutzen zur Abschaltung des Block C eines der leistungsstärksten Atomkraftwerke Deutschlands. Die Betreiber von Gundremmingen betonen aber, dass es sich nicht um eine Schnellabschaltung gehandelt habe.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen soll 2021 stillgelegt werden.
Das Kernkraftwerk Gundremmingen soll 2021 stillgelegt werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Block C des Atomkraftwerks im schwäbischen Gundremmingen ist wegen eines tropfenden Messstutzens am Reaktordruckbehälter vorübergehend stillgelegt worden. Wann der Reaktor wieder angefahren werde, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher des Kraftwerks. Eine Gefahr für die Beschäftigten habe nicht bestanden, hieß es in einer Mitteilung. "Es war keine Reaktorschnellabschaltung", sagte der Sprecher.

Gundremmingen ist mit den zwei Siedewasserreaktoren B und C von je 1244 Megawatt eines der leistungsstärksten Atomkraftwerke in Deutschland - es deckt laut Betreiber etwa 30 Prozent des bayerischen Stromverbrauchs. In den vergangenen Jahren hat es mehrfach technische Fehler in Gundremmingen gegeben. Block B soll laut Atomausstiegs-Fahrplan im Jahr 2017 vom Netz gehen und Block C 2021 folgen.

Neues Regelwerk für deutsche AKW

Bund und Länder hatten sich im November nach rund zehnjähriger Debatte auf ein neues Regelwerk für die deutschen Atomkraftwerke geeinigt. Das bisherige Kerntechnische Regelwerk (KTR) stammt in Teilen noch aus den 70er Jahren. Zwar wird bei AKW-Überprüfungen auch jetzt schon der aktuelle Wissensstand angewandt. Das neue Regelwerk ist für alle deutschen Anlagen anzuwenden, auch bei der geplanten Leistungserhöhung der Kernkraftwerke Emsland und Gundremmingen. Besonders umstritten war bis zuletzt die Schärfe der Maßnahmen zur Unfallverhinderung bei den Anlagen. 9000 Anmerkungen und Änderungen mussten in das KTR eingearbeitet werden.

Quelle: n-tv.de

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