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Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Schneeberg: Tag für Tag kommen rund 350 illegale Einwanderer nach Deutschland.
Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Schneeberg: Tag für Tag kommen rund 350 illegale Einwanderer nach Deutschland.(Foto: picture alliance / dpa)

Schleuser werden immer brutaler: Bundespolizei rechnet mit Flüchtlingsrekord

Pro Tag registriert die Bundespolizei bis zu 350 illegale Aufenthalte und Einreisen in Deutschland. In diesem Jahr könnte die Flüchtlingswelle noch weiter zunehmen. Die Methoden der Schleuserbanden werden immer gewalttätiger.

Die Bundespolizei rechnet 2015 mit einem neuen Flüchtlingsrekord in Deutschland. Allein die Beamten der Bundespolizei registrierten täglich bis zu 350 unerlaubte Einreisen und Aufenthalte, sagte der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, der "Bild"-Zeitung. Die Dunkelziffer dürfte noch viel größer sein. "Deutschland ist jetzt im dritten Jahr in Folge Hauptzielland der illegalen Migration in die EU."

Nach Statistiken der Bundespolizei stieg die Zahl illegaler Einreisen bereits 2014 stark an. Im vergangenen Jahr seien über 57.000 "unerlaubt eingereiste" und fast 27.000 "unerlaubt aufhältige" Personen in Deutschland festgestellt worden.

Die meisten Flüchtlinge kamen 2014 laut Romann über die Balkan- oder die Mittelmeerroute nach Europa. Dabei nehmen die Einreiseversuche über das Meer stark zu. Die italienische Küstenwache hat 2014 rund 170.000 Personen auf See aufgegriffen, davon allein 140.000 vor der libyschen Küste.

Mit Gewalt zur Überfahrt gezwungen

Nach Aussage von Romann wird die Schleuser-Kriminalität immer brutaler. Vor drei Wochen habe die italienische Küstenwache an zwei Tagen rund 3000 Menschen auf See gerettet. Einige gaben demnach in Befragungen an, in Libyen zuvor mit vorgehaltenen Waffen in die Boote getrieben worden zu seien, obwohl gefährlicher Seegang herrschte.

In einem anderen Fall sei es libyschen Schleusern erstmals gelungen, der italienischen Küstenwache mit Waffengewalt ein konfisziertes Schleuserboot wieder zu entwenden. "Das ist eine neue Qualität", warnte Romann. Die Bundespolizei hat nach seinen Angaben im vergangenen Jahr 2100 Schleuser festgenommen.

Quelle: n-tv.de

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