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Die neue Beteiligungsgesellschaft der KfW wird als Finanzunternehmen eingestuft.
Die neue Beteiligungsgesellschaft der KfW wird als Finanzunternehmen eingestuft.(Foto: picture alliance / Frank Rumpenh)
Montag, 12. Juni 2017

Beteiligungsgesellschaft der KfW: Bundesregierung baut Start-up-Hilfe aus

In der Finanzierung von Start-ups besteht derzeit eine Lücke von bis zu 600 Millionen Euro pro Jahr. Die Bundesregierung löst nun ihr Versprechen ein, jungen Unternehmen unter die Arme zu greifen: Sie verstärkt das Engagement der KfW in dem Bereich deutlich.

Die Bundesregierung will Start-ups nach Informationen des "Spiegel" künftig mithilfe einer neuen Beteiligungsgesellschaft fördern. Diese soll Anfang 2018 als hundertprozentige Tochtergesellschaft der staatlichen KfW-Bank gegründet werden und eine "dauerhafte, organisatorisch eigenständige Struktur für die Beteiligungsfinanzierung" etablieren, so die Zeitung. Das geht aus einem Bericht von KfW, Wirtschafts- und Finanzministerium an den Bundestag hervor, der dem "Spiegel" nach eigenen Angaben vorliegt.

Im Vergleich zu den USA gebe es in Deutschland noch immer zu wenig Wagniskapital für junge Unternehmen – vor allem in der Wachstumsphase, die auf eine erfolgreiche Gründung folgt. In diese Lücke soll die neue Beteiligungsgesellschaft offenbar stoßen. Sie werde auf Eigenkapital spezialisiert sein, insbesondere Investitionen in sogenannte Venture Capital Fonds und Venture Debt Fonds, so der "Spiegel". Hier bestehe dem Bericht zufolge bislang eine jährliche Finanzierungslücke von rund 500 bis 600 Millionen Euro.

Insgesamt plane die KfW, ihre jährlichen Zusagen von Wagniskapital bis 2020 auf 200 Millionen Euro zu verdoppeln, sodass rund zwei Milliarden Euro über etwa zehn Jahre verfügbar werden würden. Die Einführung weiterer Finanzierungsinstrumente solle jährlich geprüft werden.

Die Große Koalition hatte eine bessere Förderung von Start-Ups versprochen. Ende März forderte der Bundestag sie auf, das Engagement der KfW in dem Bereich deutlich auszubauen und eine dauerhafte und organisatorisch eigenständige Struktur zu schaffen. Bisher war unklar, wie genau diese ausgestaltet werden sollte.

Quelle: n-tv.de

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