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Bislang sichern ukrainische Soldaten auf Sichtweite die Grenze zu Russland.
Bislang sichern ukrainische Soldaten auf Sichtweite die Grenze zu Russland.(Foto: dpa)

Freie Entscheidung der Ukraine: Bundesregierung findet Mauer nicht schlecht

Die Ukraine hat die Absicht, eine Mauer zu errichten und sich so gegen illegale Waffenlieferungen aus Russland zu schützen. Die Bundesregierung kann das Vorhaben der Regierung in Kiew nachvollziehen.

Die Bundesregierung hat Verständnis für die ukrainischen Pläne, entlang der Grenze zu Russland eine Mauer zu bauen. "Die Entscheidung der Ukraine, die Grenzen zu sichern, ist natürlich eine freie Entscheidung der Ukraine", sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin. Wichtig sei, dass kein weiterer Nachschub von Waffen und Kämpfern für die Separatisten erfolgen könne. "Insofern ist das ein Anliegen, das nachzuvollziehen ist", sagte Wirtz.

Die Mauer soll nach den Plänen des Regierungschefs Arseni Jazenjuk rund 2300 Kilometer lang werden. "Geplant sind zwei Verteidigungslinien", teilte die Pressestelle der "Anti-Terror-Operation" in Kiew mit. Zunächst würden auf 1500 Kilometer Länge Gräben ausgehoben, später wolle man eine Mauer bauen. Denkbar sei auch ein Elektrozaun mit Minen und Stacheldraht. Das Projekt soll etwa 100 Millionen Euro kosten.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte eine internationale Überwachung der brüchigen Waffenruhe im Osten der Ukraine verlangt. In einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel warb er für ein stärkeres Engagement der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), wie das Präsidialamt in Kiew mitteilte.

Die prorussischen Separatisten und die Regierungstruppen berichteten erneut von vereinzelten Beschüssen. Nach Angaben Poroschenkos ließen die moskautreuen Separatisten weitere Armeeangehörige frei. Erste Soldaten seien in der Großstadt Dnjepropetrowsk eingetroffen. Beide Seiten sollen noch immer Hunderte Gefangene haben.

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Quelle: n-tv.de

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