Politik

"Mission accomplished": Bush erklärt Ende der Kämpfe

Sechs Wochen nach Beginn des Irak-Kriegs hat US-Präsident George W. Bush das Ende der Hauptkampfhandlungen verkündet. In einer Rede an Bord des Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" erklärte er in der Nacht zum Freitag zugleich, der Sturz Saddam Husseins sei "ein Sieg in einem Krieg gegen den Terror, der am 11. September 2001 begann". Dieser Krieg, so betonte Bush, gehe jedoch weiter.

Die Bundesregierung begrüßte die Bush-Rede. Zugleich erklärte Regierungssprecher Bela Anda, Deutschland sei gegen den Krieg gewesen und werde diese "grundsätzliche Bewertung" nicht zurücknehmen. Jetzt komme es darauf an, den Frieden im Irak und in der Region zu gewinnen.

Struck reist nach Washington

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach sich für ein selbsbewussteres Europa als Partner der USA im atlantischen Bündnis aus. Dieser Prozess sei für die politische Emanzipation und die Rolle Europas in der Welt von enormer Wichtigkeit.

Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) wird am Sonntag zum ersten deutsch-amerikanischen Treffen nach dem Irak-Krieg nach Washington reisen. Mit Spannung wird erwartet, ob bei den Gesprächen unter anderem mit Pentagon-Chef Donald Rumsfeld das wegen des Militärschlags gestörte Verhältnis zwischen Deutschland und den USA wieder verbessert werden kann.

"Haben gewonnen"

"Die Hauptkampfhandlungen in Irak sind beendet", sagte der Präsident vor mehr als 5.000 Soldaten. "In der Schlacht um den Irak haben die USA und unsere Verbündeten gewonnen." Er vermied es jedoch, einen umfassenden Sieg oder das endgültige Kriegsende zu erklären. Die Arbeit sei noch nicht abgeschlossen. Auf einem Transparent, das hinter ihm angebracht war, standen allerdings die Worte "Mission accomplished" (Mission erfüllt).

Als nächste Aufgaben im Irak nannte Bush die Wiederherstellung der Ordnung, den Aufbau einer Demokratie, das Aufspüren von Massenvernichtungswaffen sowie die Suche nach Saddam Hussein und anderen führenden Mitgliedern des gestürzten Regimes. Er versprach den Irakern zugleich Hilfe beim Wiederaufbau des Landes.

"El Kaida angeschlagen, aber nicht zerstört"

"Die Befreiung Iraks ist ein entscheidender Fortschritt im Kampf gegen den Terror", sagte Bush. Und er fuhr fort: "Wir haben einen Verbündeten von El Kaida entfernt und die Quelle zur Finanzierung des Terrors ausgetrocknet. Und eines ist auch sicher: Kein Terrornetzwerk wird Massenvernichtungswaffen vom irakischen Regime erhalten, denn dieses Regime gibt es nicht mehr."

Der Kampf gegen den Terror werde jedoch fortgesetzt. Die Terrororganisation El Kaida sei angeschlagen, aber nicht zerstört, sagte der US-Präsident. Die verstreuten Zellen von El Kaida seien immer noch in vielen Ländern aktiv und bedrohten freie Menschen. Die Verbreitung tödlicher Waffen bleibe eine ernste Gefahr. "Die Feinde der Freiheit sind nicht untätig, und wir auch nicht", rief Bush aus.

Ende der Hauptkämpfe auch in Afghanistan

Der Präsident ging auch auf die Lage in Afghanistan ein. Wenige Stunden zuvor hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bei einem Besuch in Kabul auch für dieses Land das Ende der Hauptkampfhandlungen erklärt. Bush sagte: "In der Schlacht um Afghanistan haben wir die Taliban, viele Terroristen und ihre Ausbildungslager zerschlagen." Die USA setzten ihre Hilfe für das afghanische Volk beim Wiederaufbau fort. Es bleibe jedoch noch eine gefährlich Arbeit, die vollendet werden müsse. Bush verwies darauf, dass US-Spezialkräfte in Afghanistan immer noch nach Terroristen suchten.

Bush flog wenige Stunden vor seiner Rede am Donnerstag mit einem Marinejet auf die "USS Abraham Lincoln", die knapp 50 Kilometer vor San Diego in Kalifornien lag. Der Präsident entstieg dem Jet in Pilotenmontur. Die "USS Abraham Lincoln " war fast zehn Monate auf See, zuletzt in der Golfregion, und wird am Freitag im Hafen von San Diego erwartet.

Quelle: n-tv.de

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