Auf "schwarzer Liste"C-Waffen-Material entdeckt
Die italienische Polizei hat im Hafen von Genua rund 40 Tonnen der chemischen Substanz Morpholin entdeckt. Das Material stammt aus Deutschland.
Die italienische Polizei hat im Hafen von Genua mehrere Dutzend Tonnen der in Deutschland hergestellten chemischen Substanz Morpholin beschlagnahmt, die für Libyen bestimmt waren. Als Begründung wurde angeführt, dass die Substanz nicht in das nordafrikanische Land ausgeführt werden dürfe, da sie auch zur Herstellung chemischer Waffen verwendet werden könne.
Die BASF hat als Morpholin-Hersteller unterdessen klargestellt, Morpholin unterliege keinen Ausfuhrbeschränkungen. Nach den ihr vorliegenden Informationen sollte es in Libyen als Korrosionsschutz bei der Erdölförderung verwendet werden, betonte BASF. Die Substanz sei ein Zwischenprodukt, das seit vielen Jahren breite industrielle Anwendung finde. Es unterliege auch nicht dem Chemiewaffen-Übereinkommen.
Das Morpholin sei über Belgien nach Genua gebracht worden, teilten die Ermittler mit. Von dort sollte es nach Libyen verschifft werden. Die Beschlagnahme, die fast einen Monat zurückliegt, war am Donnerstag durch einen Bericht der Tageszeitung "La Repubblica" bekannt geworden.
Morpholin werde für zivile Zwecke benötigt, betonte auch die italienische Polizei. Die Ladung von etwa 40 Tonnen werde untersucht, um auszuschließen, dass sich anderen Chemikalien darunter befinden. Nach dem Bericht der "Repubblica" war das Morpholin von einem Unternehmen in Brüssel "mit engen Kontakten zu Moslems" verschickt worden. Belgien gelte als Operationsbasis islamischer Terroristen, schrieb das Blatt.