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Tonnenweise werden derzeit Lebensmittel vernichtet, weil sie Pferd enthalten.
Tonnenweise werden derzeit Lebensmittel vernichtet, weil sie Pferd enthalten.(Foto: REUTERS)

"Hochwertiges" Fleisch nicht vernichten: CDU-Mann: Pferd aufessen

Ein gesundheitsgefährdendes Produkt ist im Rahmen des Pferdefleischskandals bislang nicht aufgetaucht. Ein Politiker stellt darum eine naheliegende Forderung: Die Produkte sollten nicht weggeworfen werden. Wenn sie nicht verkauft werden könnten, gäbe es immer noch die "Tafeln".

Im Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch sollten betroffene Produkte aus Sicht des Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer nicht voreilig vernichtet werden. "Es handelt sich bei den in Deutschland gefundenen Artikeln um qualitativ hochwertige und nicht gesundheitsgefährdende Lebensmittel", sagte der CDU-Entwicklungspolitiker.

Die aus dem Verkauf genommenen Produkte sollten daher neu deklariert und Hilfsorganisationen wie den "Tafeln" zur Verfügung gestellt werden. Der Abgeordnete appellierte an die Nahrungsmittelbranche, die Schritte dazu einzuleiten. Aus dem Verkehr gezogen wurden unter anderem Tiefkühl- und Konservengerichte.

Huber: Nur einwandfreie Produkte erlaubt

Die bayerische Regierung fordert unterdessen strengere Kontrollauflagen für den Handel. Betriebe müssten "in Zukunft umfassender die Qualität ihrer Lebensmittel kontrollieren", sagte Gesundheitsminister Marcel Huber der "Augsburger Allgemeinen". Harter Wettbewerb zwischen Unternehmen dürfe bei der Qualität nicht zu Lasten der Verbraucher gehen. "Auch wenn man an der Preisschraube dreht, bleibt die Verantwortung des Handels bestehen, nur einwandfreie Produkte zu verkaufen."

Die Hersteller von Nahrungsmitteln dürften sich nicht auf Fehlverhalten von Zulieferern berufen, sagte der Minister. "Der Hersteller muss sich durch eigene Kontrollen vergewissern, dass die Ausgangsprodukte einwandfrei sind." Ein Hersteller trage "selbstverständlich die volle Verantwortung, auch eine ethische, für sein Produkt". Huber forderte zugleich härtere Strafen für Hersteller und Lieferanten bei Lebensmittelskandalen.

In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern waren seit der vergangenen Woche Spuren von Pferdefleisch in Millionen Fertiggerichten entdeckt worden. Betroffen hierzulande sind große Supermarktketten wie Edeka, Aldi, Kaiser's Tengelmann, Lidl und der Tiefkühl-Heimlieferservice Eismann. Entdeckt wurde Pferdefleisch in Tiefkühllasagne, Ravioli, Tortelloni oder Dosengulasch.

Quelle: n-tv.de

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