Politik
Für den Spruch, den sie plakatieren, können diese beiden Männer nun wirklich nichts.
Für den Spruch, den sie plakatieren, können diese beiden Männer nun wirklich nichts.

"C wie Zukunft": CDU erntet Hohn und Spott

von Till Schwarze

Die CDU macht sich lächerlich: "C wie Zukunft" plakatiert die bildungsbürgerliche Partei für den Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern. Für einen solch sprachlichen Missgriff ist Schadenfreude programmiert und lässt nicht lange auf sich warten. Auf "C wie …?" sammeln Hunderte bereits ähnlich überzeugende Slogans.

Der 24. Juli 2011 sollte eigentlich ein guter Tag für die CDU in Mecklenburg-Vorpommern werden. "Heute beginnt die landesweite Großflächenplakatierung", verkündete die Partei. "Es geht um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes." Am 4. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt, und dank der jüngsten Umfragen verspürt die CDU etwas Rückenwind. Immerhin liegt die Partei nur noch vier Prozentpunkte hinter der regierenden SPD. Also frisch zum Pinsel gegriffen, in den Eimer mit Kleister getaucht und rauf mit den Großplakaten. Vielleicht hätte vorher aber nochmal jemand genau prüfen sollen, was darauf zu lesen ist.

"C wie Zukunft" heißt der Wahlkampfspruch, der landesweit für die CDU und ihren Spitzenkandidaten Lorenz Caffier werben soll. Welch ein Wortspiel: Zukunftsfähigkeit, CDU, Caffier – drei Botschaften, nur ein Buchstabe. Der Wahlkampfmanager muss stolz auf sich sein. Die Cukunftsfähigkeit der ZDU dürfte damit jedenfalls gesichert sein.

"C wie Bockwurst"

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich die Partei mit ihrer Kampagne allerdings nicht beschweren. Vor allem im Netz stürzt man sich auf die Bildungskompetenz des innovativen Wahlkampfslogans. "C wie …?" heißt bereits eine eigene Internetseite, die ähnlich sinnfreie Sprüche versammelt. Von "C wie Zong Contest" über "C wie Bockwurst" bis zu "C wie Zurückgeblieben" lauten die höhnisch-hämischen Vorschläge.

Natürlich werden die Plakate nicht nur im Internet die unerwünschte Aufmerksamkeit erhalten. Doch gerade dort hat es die CDU sowieso schon schwer, ihre Internetkompetenz zu beweisen. Mal reden führende Parteivertreter über das voll werdende Internet, dann wieder sorgen Verbotsforderungen von Facebook-Partys für Ärger im Netz. Im Konrad-Adenauer-Haus dürfte man deshalb auch über den Bärendienst des mecklenburgischen Landesverbands wenig erfreut sein. Spitzenkandidat Caffier sollte sich also noch etwas für die "lieben Nutzer des Internets" einfallen lassen, wie er die Besucher seiner Homepage nennt.

Quelle: n-tv.de

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