Politik
Von 2005 bis 2012 war die CDU die mitgliederstärkste Partei in Deutschland.
Von 2005 bis 2012 war die CDU die mitgliederstärkste Partei in Deutschland.(Foto: picture alliance / dpa)

10.000 Mitglieder weniger als 2011: CDU hat den größten Schwund

Die politischen Parteien in Deutschland haben ein Problem: Sie verlieren Mitglieder. An der Spitze kommt es nun zu einem Wachwechsel. Die SPD löst die CDU als mitgliederstärkste Partei ab. Aber nicht, weil sie wächst, sondern weil sie langsamer schrumpft.

Treibt die Kanzlerin die CDU-Mitglieder mit ihrer Politik in die Flucht?
Treibt die Kanzlerin die CDU-Mitglieder mit ihrer Politik in die Flucht?(Foto: picture alliance / dpa)

41 Prozent - laut einer aktuellen Forsa-Umfrage erfreut sich Angela Merkel und ihre CDU derzeit großer Beliebtheit. Wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl könnte die Kanzlerin mit einem besonders guten Ergebnis rechnen. Damit steht die Partei so gut da wie zuletzt 2006. Doch es gibt derzeit nicht nur erfreuliche Zahlen für die CDU. Mit Ausnahme der Grünen haben 2012 alle Bundestagsparteien Mitglieder verloren, am deutlichsten die CDU - fast 10.000 im Vergleich zum Vorjahr.

Damit ist die SPD mit rund 483.000 Mitgliedern (2011: 489.638) zur mitgliederstärksten Partei geworden. Dicht dahinter - und nicht mehr davor - liegt nun die CDU mit rund 480.000 Mitgliedern (2011: 489.896). Recht stabil mit nur leichten Verlusten präsentiert sich die CSU mit rund 150.000 (2011: 150.585). Dann kommt die Linke mit 65.000 (2011: 69.458). Einzig die Grünen machten kein Minus: Ihre Mitgliederzahl blieb stabil, bei um die 60.000.

Im anhaltenden Mitgliederschwund bei fast allen Bundestagsparteien sieht der Berliner Politologe Oskar Niedermayer kein Zeichen von Politikverdrossenheit. "Es gibt heute viel mehr Möglichkeiten als früher, sich politisch zu engagieren", sagte der Parteienforscher an der Freien Universität Berlin (FU). Dem stünden aber nicht mehr Menschen gegenüber, die sich engagierten. "Viele Organisationen buhlen um dieselben Leute, darunter die Parteien."

Die großen Volksparteien verlieren seit vielen Jahren an Anziehungskraft. Die SPD erlebte ihren Höhepunkt in der Mitgliederentwicklung in den 70ern. Während der Kanzlerschaft von Willy Brandt bzw. Helmut Schmidt hatte die Partei einst über eine Million Mitglieder. Die CDU erreichte ihren Höchststand 1984. Zwei Jahre nach der Ablösung der sozialliberalen Regierung durch Helmut Kohl, verzeichnete die Partei über 700.000 Mitglieder. 2005, zum Ende der rot-grünen Regierung, löst die CDU die SPD als mitgliederstärkste Partei ab.

Quelle: n-tv.de

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