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"Keine Folter": Cheney fordert Waterboarding

Dick Cheney war der starke Mann hinter George W. Bush.
Dick Cheney war der starke Mann hinter George W. Bush.(Foto: picture alliance / dpa)

Der ehemalige US-Vizepräsident Dick Cheney hat sich für die Wiedereinführung umstrittener Verhörmethoden wie dem weithin als Folter kritisierten "Waterboarding" ausgesprochen. Einige der frühen Hinweise, die auf die Spur von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden geführt hätten, seien den "erweiterten" Verhörmethoden zu verdanken gewesen, behauptete Cheney erneut im US-Sender Fox News.

Er befürworte die Anwendung derartiger Methoden, sollte es den USA damit möglich sein, ranghohe Terroristen zu ergreifen. Zugleich wies Cheney zurück, dass es sich beim "Waterboarding", bei dem Ertrinken simuliert wird, um Folter handele. Cheney war nach dem 11. September 2001 federführend an der Einführung der brutalen Verhörmethoden beteiligt.

Der Sicherheitsberater im Weißen Haus, Tom Donilon, sagte, derartige Verhörmethoden entsprächen nicht den Werten der Regierung und seien für Geheimdiensterkenntnisse nicht erforderlich. US-Präsident Barack Obama hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen Anfang 2009 die umstrittenen Verhörmethoden aus der Regierungszeit seines Vorgängers George W. Bush abgeschafft und diese mit Folter gleichgesetzt.

Die Geheimdiensterkenntnisse, die zur Tötung Bin Ladens führten, haben die Debatte über diese Methoden in den USA wieder angeheizt. US-Agenten waren Bin Laden durch Aussagen von Gefangenen in CIA-Geheimgefängnissen auf die Spur gekommen. Dass zumindest einige dieser Aussagen unter Folter zustande kamen, gilt allein deshalb als wahrscheinlich, weil viele Gefangene den "erweiterten" Methoden unterzogen wurden. Geheimdienstexperten wiesen allerdings auch darauf hin, dass mutmaßliche Al-Kaida-Führer auch nach mehrfachem Waterboarding die Ermittler durch Falschaussagen in die Irre geführt haben.

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Quelle: n-tv.de

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