Montag, 03. Januar 2011
Uran für die nächsten 3000 Jahre: China gelingt Wiederaufbereitung
China erzielt offenbar einen "Durchbruch" in der Wiederbereitung abgebrannter Brennelemente. Der Nachschub an Kernbrennstoffen für seine Atomkraftwerke lasse sich damit langfristig sichern - "bis zu 3000 Jahre". China, das seine Atomenergie derzeit massiv ausbaut, forscht nach eigenen Angaben seit 24 Jahren an der Technologie.China hat nach eigenen Angaben einen "Durchbruch" bei der Wiederaufarbeitung von Atommüll erzielt, um so die Versorgung seiner Kernkraftwerke mit Brennelementen langfristig zu sichern. Dies berichtete das chinesische Staatsfernsehen. Bei der Wiederaufarbeitung wird das für die Kernenergieerzeugung notwendige Plutonium und Uran aus abgebrannten Kernbrennstoffen gewonnen.
Der jetzige "Durchbruch" sei nach 24 Jahren Forschung erzielt worden, berichtete das Staatsfernsehen. Mit der neuen Technologie reichten die in China entdeckten Uran-Bestände "bis zu 3000 Jahre" - im Gegensatz zu den bisher veranschlagten 50 bis 70 Jahren, hieß es in dem Bericht. Deren Nutzung werde durch die neue Technologie "60 mal effizienter". Konkrete Details wurden aber nicht bekannt.
China ist besorgt über die langfristige Brennstoffversorgung seines ambitionierten Atomkraftprogramms, das massiv ausgebaut werden soll, um den steigenden Stromverbrauch seiner schnell wachsenden Wirtschaft zu sichern. Es setzt dabei langfristig auf das Konzept eines Brennstoffkreislaufs über Wiederaufarbeitungsanlagen.
"Zu 100 Prozent" Made in China
Die schwierige Technik wird bisher nur in Frankreich, Großbritannien, Russland, Japan und Indien angewandt. Deutschland, das einen Ausstieg aus der Atomenergie verfolgt, hatte sich bewusst dagegen entschieden. China baut derzeit mit russischer, französischer und britischer Hilfe seine erste eigene Wiederaufarbeitungsanlage.
Die Atomkraft gilt in China als saubere Technologie. Sie soll die gigantischen Emissionswerte der Kohlekraft verringern helfen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Ungewöhnlich war aber, dass die Erfolgsmeldung zunächst nur im Staatsfernsehen lief, aber nicht über die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua, die sonst gewöhnlich technische Fortschritte verkündet.
Die Anlage sei allein von chinesischen Technikern gebaut worden, hieß es. "Sie ist zu 100 Prozent original", sagte Wang Jian, Chefingenieur des Wiederaufarbeitungsprojekts der China National Nuclear Cooperation (CNNC), dem Staatsfernsehen.
Atomenergie wird massiv ausgebaut
"Durch eine Reihe chemischer Prozesse müssen wir abgebrannten Kernbrennstoff während der Erhitzungsphase wieder aufarbeiten, um sowohl den wiederverwertbaren Teil des verbrannten Materials als auch den neu erzeugten Teil zu gewinnen", betonte Wang Jian.
Das bevölkerungsreichste Land der Erde ist heute nicht nur der größte Kohleverbraucher, sondern auch der weltgrößte Energiekonsument und Klimasünder. In keinem anderen Land werden heute so viele neue Atomkraftwerke gebaut. 12 Atommeiler sind in Betrieb, 24 im Bau, weitere geplant. Bis 2020 will Peking die Kapazitäten verachtfachen. Dann sollen sechs Prozent von Chinas Strom aus der Kernkraft kommen.
dpa/AFP
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
"Auf die Befreiungsschlacht vorbereiten"
Syrischer Nationalrat warnt
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck
-
Eintrag in Flensburg
Ramsauer verschärft Punkte