Politik

Uran für die nächsten 3000 Jahre: China gelingt Wiederaufbereitung

China erzielt offenbar einen "Durchbruch" in der Wiederbereitung abgebrannter Brennelemente. Der Nachschub an Kernbrennstoffen für seine Atomkraftwerke lasse sich damit langfristig sichern - "bis zu 3000 Jahre". China, das seine Atomenergie derzeit massiv ausbaut, forscht nach eigenen Angaben seit 24 Jahren an der Technologie.

China hat nach eigenen Angaben einen "Durchbruch" bei der Wiederaufarbeitung von Atommüll erzielt, um so die Versorgung seiner Kernkraftwerke mit Brennelementen langfristig zu sichern. Dies berichtete das chinesische Staatsfernsehen. Bei der Wiederaufarbeitung wird das für die Kernenergieerzeugung notwendige Plutonium und Uran aus abgebrannten Kernbrennstoffen gewonnen.

Veraltete Energieanlagen will China schließen.
Veraltete Energieanlagen will China schließen.(Foto: picture alliance / dpa)

Der jetzige "Durchbruch" sei nach 24 Jahren Forschung erzielt worden, berichtete das Staatsfernsehen. Mit der neuen Technologie reichten die in China entdeckten Uran-Bestände "bis zu 3000 Jahre" - im Gegensatz zu den bisher veranschlagten 50 bis 70 Jahren, hieß es in dem Bericht. Deren Nutzung werde durch die neue Technologie "60 mal effizienter". Konkrete Details wurden aber nicht bekannt.

China ist besorgt über die langfristige Brennstoffversorgung seines ambitionierten Atomkraftprogramms, das massiv ausgebaut werden soll, um den steigenden Stromverbrauch seiner schnell wachsenden Wirtschaft zu sichern. Es setzt dabei langfristig auf das Konzept eines Brennstoffkreislaufs über Wiederaufarbeitungsanlagen.

"Zu 100 Prozent" Made in China

Die schwierige Technik wird bisher nur in Frankreich, Großbritannien, Russland, Japan und Indien angewandt. Deutschland, das einen Ausstieg aus der Atomenergie verfolgt, hatte sich bewusst dagegen entschieden. China baut derzeit mit russischer, französischer und britischer Hilfe seine erste eigene Wiederaufarbeitungsanlage.

Die Atomkraft gilt in China als saubere Technologie. Sie soll die gigantischen Emissionswerte der Kohlekraft verringern helfen.
Die Atomkraft gilt in China als saubere Technologie. Sie soll die gigantischen Emissionswerte der Kohlekraft verringern helfen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ungewöhnlich war aber, dass die Erfolgsmeldung zunächst nur im Staatsfernsehen lief, aber nicht über die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua, die sonst gewöhnlich technische Fortschritte verkündet.

Die Anlage sei allein von chinesischen Technikern gebaut worden, hieß es. "Sie ist zu 100 Prozent original", sagte Wang Jian, Chefingenieur des Wiederaufarbeitungsprojekts der China National Nuclear Cooperation (CNNC), dem Staatsfernsehen.

Atomenergie wird massiv ausgebaut

"Durch eine Reihe chemischer Prozesse müssen wir abgebrannten Kernbrennstoff während der Erhitzungsphase wieder aufarbeiten, um sowohl den wiederverwertbaren Teil des verbrannten Materials als auch den neu erzeugten Teil zu gewinnen", betonte Wang Jian.

Das bevölkerungsreichste Land der Erde ist heute nicht nur der größte Kohleverbraucher, sondern auch der weltgrößte Energiekonsument und Klimasünder. In keinem anderen Land werden heute so viele neue Atomkraftwerke gebaut. 12 Atommeiler sind in Betrieb, 24 im Bau, weitere geplant. Bis 2020 will Peking die Kapazitäten verachtfachen. Dann sollen sechs Prozent von Chinas Strom aus der Kernkraft kommen.

Quelle: n-tv.de

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