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Das Fiery Cross Reef war ursprünglich ein kaum aus dem Wasser ragendes Riss. China hat es aufgeschüttet und zu einem - mutmaßlich militärischen - Flughafen ausgebaut.
Das Fiery Cross Reef war ursprünglich ein kaum aus dem Wasser ragendes Riss. China hat es aufgeschüttet und zu einem - mutmaßlich militärischen - Flughafen ausgebaut.(Foto: CSIS Asia Maritime Transparency)

Vietnam nennt Landebahn "illegal": China provoziert mit Flug zu künstlicher Insel

Die winzigen Spratly-Inseln werden von mehreren Ländern beansprucht. Doch China hat mehrere der Atolle und Riffs zu Stützpunkten ausgebaut. Mit einem ersten Testflug zementiert Peking seinen Anspruch.

Mit der Landung eines Flugzeugs auf den umstrittenen Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer hat China den Konflikt mit Vietnam erneut angeheizt. Peking wies Kritik aus Hanoi zurück, nachdem ein chinesisches Flugzeug auf einem Atoll der Inseln, dem Fiery Cross Reef, gelandet war. Dabei habe es sich lediglich um einen "zivilen Testflug" gehandelt, erklärte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. Die Aktion habe innerhalb von chinesischem Territorium stattgefunden, hieß es weiter.

Um wessen Territorium es sich handelt, ist allerdings hoch umstritten. China streitet mit den Ländern Brunei, Malaysia, Vietnam und den Philippinen seit Jahren um die Spratly-Inseln. Dort werden große Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet. Vietnam hatte gegen die Landung des chinesischen Flugzeugs protestiert und erklärt, die Aktion beeinflusse "Frieden und Stabilität im Südchinesischen Meer". China müsse diesen Schritt "umgehend beenden" und dürfe derlei Aktionen "nicht wiederholen".

China steht wegen des Aufschüttens künstlicher Inseln in der Region stark in der Kritik. Dem Land wird auch vorgeworfen, auf den auf Korallenriffen entstehenden Inseln militärisch nutzbare Einrichtungen wie Landepisten und Häfen anzulegen. Auf dem Fiery Cross Reef hatte Peking 2004 mit dem Bau einer Landebahn begonnen. Die Arbeiten waren Ende vergangenen Jahres weitgehend abgeschlossen worden. Neben den Nachbarn bestreiten auch die USA Chinas Anspruch auf die Spratly-Inseln und haben in der Vergangenheit immer wieder Kriegsschiffe und Flugzeuge in das Gebiet geschickt, um ihrer Position Nachdruck zu verleihen.

Das philippinische Außenministerium kündigte ebenfalls an, sich bei China über den jüngsten Vorfall zu beschweren. Unterdessen kehrte eine Gruppe von knapp 50 jungen Philippinern von der Insel Pag-asa zurück. Diese wird von den Philippinen gehalten, gehört aber ebenfalls zu den umstrittenen Spratly-Inseln. Die Gruppe hatte dort eine Woche lang gegen Chinas Ambitionen auf den größten Teil des Südchinesischen Meeres protestiert.

Quelle: n-tv.de

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