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Christen leben in Pakistan gefährlich - immer wieder kommt es zu Gewalt gegen die Minderheit. Hier: Ausschreitungen in Lahore im März 2013.
Christen leben in Pakistan gefährlich - immer wieder kommt es zu Gewalt gegen die Minderheit. Hier: Ausschreitungen in Lahore im März 2013.(Foto: REUTERS)

Mob attackiert "Gotteslästerer": Christliches Ehepaar im Ofen verbrannt

In Pakistan wird einem christlichem Ehepaar Blasphemie vorgeworfen - die darauf folgende Attacke eines aufgebrachten Mobs überlebt das Paar nicht. Die Täter verbrennen die beiden in einem Ziegelofen. Unklar ist, ob sie dabei noch lebten.

Ein christliches Ehepaar ist in der ostpakistanischen Provinz Punjab von einem aufgebrachten Mob getötet worden. Wie genau, ist unklar. Pakistanische Medien berichten unter Berufung auf die Polizei, die beiden seien zu Tode geprügelt und anschließend verbrannt worden. Menschenrechtler vor Ort hingegen behaupten, die beiden seien gefoltert und anschließend lebendig in dem Ziegelbrennofen verbrannt worden. Der US-Nachrichtensender NBC News zitiert einen von ihnen: "Sie haben ihnen die Beine gebrochen, damit sie nicht davonlaufen konnten. Und dann haben sie sie ins Feuer geworfen."

Wie die Polizei mitteilt, hätten die Täter, darunter einige islamische Kleriker, dem Paar Entweihung des Korans vorgeworfen. Die Opfer hätten in einer Ziegelbrennerei im Distrikt Kasur, etwa 50 km nördlich der Provinzhauptstadt Lahore, gearbeitet. Der Besitzer der Brennerei habe das 35 und 31 Jahre alte Ehepaar am Montag beschuldigt, Seiten des Korans verbrannt zu haben. Er habe sie daraufhin über Nacht eingesperrt.

Am Morgen habe dann ein aufgebrachter Mob das Paar attackiert und umgebracht, als sie von dem Blasphemie-Vorwurf erfuhren. Ein Verwandter des getöteten Paares sagte, der Blasphemievorwurf sei falsch und ein Vorwand. Vielmehr habe das Paar die Arbeit wegen schlechter Bezahlung aufgeben und das Dorf verlassen wollen. Nach Polizeiangaben wurden 50 Verdächtige festgenommen.

"Gotteslästerung" wird brutal bestraft

Blasphemie ist ein schwerwiegender Vorwurf in dem mehrheitlich von Muslimen bevölkerten Pakistan. Selbst unbestätigte Gerüchte über angebliche Schändungen religiöser Symbole lösen im Land häufig Krawalle aus. Wer wegen Beleidigung des Islams verurteilt oder auch nur verdächtigt wird, droht als Opfer tödlicher Selbstjustiz zu enden. Im Weltverfolgungsindex der Hilfsorganisation Open Doors rangiert Pakistan derzeit auf Rang 8 der Länder, die Christen am stärksten verfolgen.

Eine Christin sitzt seit November 2010 in Pakistan im Todestrakt, weil sie schuldig gesprochen wurde, im Gespräch mit einer muslimischen Frau abschätzig über den Propheten Mohammed gesprochen zu haben. Ein unter schwerer Geistesverwirrung leidender Brite, der im Januar wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden war, wurde vergangenen Monat von einem Gefängniswärter erschossen.

Quelle: n-tv.de

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