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Dänemark möchte die Zahl der illegalen Flüchtlinge verringern - seit Montag werden deswegen wieder Grenzen kontrolliert.
Dänemark möchte die Zahl der illegalen Flüchtlinge verringern - seit Montag werden deswegen wieder Grenzen kontrolliert.(Foto: picture alliance / dpa)

Zu viele Flüchtlinge: Dänemark denkt an schärfere Grenzkontrollen

Seit Montag werden auf der Suche nach illegalen Flüchtlingen in Dänemark wieder Grenzen kontrolliert. Sollte die Zahl nicht sinken, droht die Regierung mit einer erneuten Verschärfung - die Deutsche Bahn wäre Leidtragende.

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Die Grenzkontrollen in Dänemark könnten demnächst ausgeweitet werden. Die dänische Migrationsministerin Inger Støjberg erklärte am Mittwoch in Brüssel, dass in naher Zukunft auch Transportunternehmen in die Pflicht genommen werden könnten – wie im Falle von Schweden. Falls Dänemark nachzieht, müssten auch deutsche Bahn- und Busunternehmen die Ausweise ihrer Reisenden auf dem Weg nach Dänemark kontrollieren.

"Wir werden die Situation von Stunde zu Stunde überwachen und falls nötig, die Haftung für Transportunternehmen einführen", sagte Støjberg. "Wir wollen nicht das endgültige Ziel für Tausende und Abertausende Asylsuchende sein." Die dänische Ministerin äußerte sich nach einem Treffen mit ihrem schwedischen Kollegen Morgan Johansson und dem Parlamentarischen Staatssekretär aus dem Bundesinnenministerium, Ole Schröder. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos hatte sie nach der Einführung von Grenzkontrollen in Dänemark und Schweden zu einem "Koordinierungstreffen" nach Brüssel geladen.

Dänemark hatte am Montag vorübergehende Kontrollen an der Grenze zu Deutschland eingeführt und damit auf die kurz zuvor in Kraft getretene Ausweispflicht an den schwedischen Grenzen reagiert. Mit den Kontrollen soll die Einreise von Flüchtlingen ohne Papiere verhindert werden.

Für die Deutsche Bahn bedeuten die Grenzkontrollen bislang noch keinen zusätzlichen Aufwand: Darum kümmere sich stichprobenartig die dänische Polizei auf dänischem Staatsgebiet, sagte ein Bahnsprecher am Montag. Der Sprecher wies allerdings darauf hin, dass die deutschen Zugbegleiter nicht in der Lage wären, eine zuverlässige Identitätsüberprüfung vorzunehmen. "Sie verfügen nicht über die nötigen Kenntnisse internationaler Ausweisarten und Prüfmerkmale."

Quelle: n-tv.de

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