Freitag, 14. August 2009
NPD stört : Demokraten wehren sich
Der Spitzenkandidat der säschischen NPD, Holger Apfel, strebt mit seiner rechten Partei einen Stimmenanteil von mindestens 10 Prozent bei den Landtagswahlen an.
(Foto: dpa)
Vor den Landtagswahlen in mehreren ostdeutschen Bundesländern häufen sich Attacken der rechtsextremen NPD auf demokratische Politiker. Der sächsische SPD-Landtagskandidat Henning Homann aus Döbeln und dessen Eltern seien seit geraumer Zeit Zielscheibe von tätlichen und verbalen Angriffen aus der rechten Szene, hieß es aus Sachsens SPD. Die Polizei sei eingeschaltet und ermittle.
Zeca Schall kam1988 aus Angola nach Thüringen. Seit 2005 ist er bei der CDU politisch aktiv.
(Foto: dpa)
In Brandenburg störte die NPD eine Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Bad Saarow. Vor einigen Tagen waren aus Thüringen Drohungen der NPD gegen den dunkelhäutigen CDU-Wahlhelfer Zeca Schall bekanntgeworden.
"Rechte Kameradschaft" bedroht aktiv
Die SPD in Sachsen vermutet, dass eine rechte Kameradschaft - unterstützt von der NPD - hinter den Aktionen gegen Homann steckt. Er sei auf offener Straße gezielt bedroht worden, berichtete der 29- Jährige, der sich in verschiedenen Netzwerken gegen Rechts engagiert. Homann vermutet, dass hinter den Aktionen die Neonazikameradschaft "Division Döbeln" steckt. Diese hatte auf ihrer Internetseite über "schwachsinnige Propaganda" in der Stadt berichtet, die von "Aktivisten" entfernt worden sei.
Demokratische Parteien sind in der Pflicht
SPD-Landtagsfraktionschef Martin Dulig sagte, Hass und Gewalt in der politischen Auseinandersetzung dürften nicht hingenommen werden. "Die Partei, die das unterstützt, ist eindeutig die NPD." Die demokratischen Parteien seien in der Pflicht, sich gegen dieses flächendeckende Agieren von NPD und deren Helfern zur Wehr zu setzen.
SPD-Veranstaltung in Bad Saarow gestört
In Brandenburg störte die NPD eine Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Bad Saarow. Am Donnerstagabend sei der NPD- Landesvorsitzende Klaus Beier bei einem SPD-"Stammtisch" plötzlich mit rund zehn Gesinnungsgenossen aufgetaucht, um ungefragt das Wort zu ergreifen, berichtete SPD-Generalsekretär Klaus Ness in Potsdam. Einer der ungebetenen Gäste habe ihn dabei mehrfach als "Irrer" bezeichnet. Er werde ihn deshalb wegen Beleidigung anzeigen.
Ermittlungen gegen die NPD
Menschenverachtend und beschämend: NPD-Chef Udo Voigt wirbt um Wählerschaft.
(Foto: REUTERS)
In Thüringen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die NPD wegen der Attacken gegen den CDU-Wahlhelfer Schall. Die CDU hatte Anzeige erstattet, nachdem der NPD-Wahlkampfleiter in einer Mitteilung angekündigt hatte, dass Schall in einem "Gespräch" von der NPD "zur Heimreise animiert" werden solle. Schall steht inzwischen unter Polizeischutz.
Unterstützung für Zeca Schall
Der aus Angola stammende Schall wohnt seit 1988 in Thüringen. Er ist zusammen mit Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) auf einem Wahlplakat abgebildet. Schall ist seit 2004 CDU-Mitglied und im aktuellen Wahlkampf für die Christdemokraten als freiwilliger Helfer aktiv. In einem auf der Webseite des CDU-Landesverbandes eingerichteten Gästebuch bekundeten bereits zahlreiche Menschen aus ganz Deutschland ihre Unterstützung für Zeca Schall.
dpa
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