Politik

Ägyptens Revolution schlägt ihre Kinder: Demonstranten: Militär foltert

In einer Pressekonferenz in Kairo werfen Menschenrechtler dem ägyptischen Militär Folter vor. Bei einer Kundgebung rufen 150 Demonstranten "Tantawi gleich Mubarak". Tantawi ist der neue Machthaber in Ägypten.

Tantawi bekam am Mittwoch Besuch von US-Außenministerin Clinton.
Tantawi bekam am Mittwoch Besuch von US-Außenministerin Clinton.(Foto: AP)

Ägyptische Menschenrechtsaktivisten haben dem Militär Folter vorgeworfen. Gut zehn Aktivisten berichteten in Kairo von Schlägen, Tritten und anderen Misshandlungen, die sie in mehrtägiger Militärhaft erlitten hätten. Die jungen Männer und Frauen waren am 9. März bei einer Demonstration auf dem Tahrir-Platz von Soldaten festgenommen und in das nahe Ägyptische Museum verschleppt worden.

"Sie quälten mich mit Elektroschockern an Beinen und Brüsten und sprachen mich mit obszönen Namen" an, berichtete die Aktivistin Salma al-Husseini Guda. In dem Militärgefängnis, in das sie gebracht wurde, mussten sich die weiblichen Gefangenen nackt ausziehen und eine Untersuchung ihrer "Jungfräulichkeit" über sich ergehen lassen. Wer als nicht unberührt eingeordnet wurde, dem wurde eine Anzeige wegen Prostitution angedroht. Während dieser Erniedrigungen seien die Opfer gefilmt worden.

"Ein Soldat schlug mich mit dem Gewehrkolben und zog mich an den Haaren weg", sagte der Schauspieler Ali Sobhi. "Sie brachten mich ins Museum, und dort sah ich eine Menge Leute, die vorher mit Elektroschockern misshandelt worden waren." Sobhi war während der Massenproteste, die zum Sturz des Präsidenten Husni Mubarak am 11. Februar führten, mit seinem Straßentheater auf dem Tahrir-Platz aufgetreten.

Nach der Pressekonferenz der Aktivisten zogen am Mittwoch rund 150 Menschen vor das Presse-Syndikat in Kairo und riefen "Tantawi gleich Mubarak". Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi ist der Vorsitzende des regierenden Militärrates.

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Quelle: n-tv.de

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