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Transall-Maschinen auf dem Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein: Nur 21 von 56 sollen komplett einsatzfähig sein.
Transall-Maschinen auf dem Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein: Nur 21 von 56 sollen komplett einsatzfähig sein.(Foto: dpa)

Vertraulicher Ministeriumsbericht: Deutsche Luftwaffe offenbar ziemlich marode

Dramatische Probleme bei der Bundeswehr: Nicht nur die Kosten für Rüstungsprojekte laufen Berichten zufolge aus dem Ruder - auch die Luftwaffe scheint in einem bedenklichen Zustand zu sein. Viele Flugzeuge sollen nicht einsatzbereit sein.

Die Pläne von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, der Bundeswehr ein neues Image zu verschaffen und ihre Rolle in der Welt neu zu definieren, erhalten einen herben Dämpfer. Medienberichten zufolge scheint das deutsche Militär mindestens an zwei Fronten vor allem mit sich selbst zu kämpfen: So sollen erstens die Kosten bei Rüstungsprojekten explodiert und zweitens die deutsche Luftwaffe nur bedingt einsatzbar sein.

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Einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge verkalkulierte sich das Bundesverteidigungsministerium bei einem Großteil seiner Rüstungsprojekte. Demnach werden 50 der 93 laufenden Projekte im Wert von mindestens 25 Millionen Euro teuer als geplant. Das Verteidigungsministerium rechnet mit zusätzlichen Kosten von über 4,3 Milliarden Euro. Die geplanten Kosten von 52,6 Milliarden Euro sollen den Berechnungen zufolge auf 56,9 Milliarden Euro steigen. Dies geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Tobias Lindner hervor, die der "WamS" vorliegt.

Die Aufstellung zeigt laut "WamS" auch, bei wie vielen Rüstungsprojekten der Liefertermin nicht eingehalten werden kann. Insgesamt hätten sich laut Ministerium 1396 Verspätungsmonate aufgestaut, heißt es.

Viele defekte Flugzeuge

Ein weiteres Problem offenbart sich in der Einsatzfähigkeit der Luftwaffe: Nur ein Teil soll wirklich einsatzbereit sein. Das berichtet der "Spiegel". Von 109 Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter seien nur 8 uneingeschränkt verfügbar, heißt es in dem Bericht. Beim Transporthubschrauber CH-53 seien von 67 Maschinen nur 7 voll einsatzfähig. Das gehe aus einem vertraulichen Bericht an die Spitze des Verteidigungsministerium hervor, schreibt das Nachrichtenmagazin vor dem Hintergrund der geplanten militärischen Unterstützung für die Kurden im Nordirak.

Beim Helikopter-Typ NH90, der auch in Afghanistan verwendet wurde, seien von 33 Maschinen lediglich 5 komplett einsatzfähig. Ähnliches gilt nach "Spiegel"-Informationen auch für die Transall-Maschinen, die für den Transport von Hilfsgütern und Waffen in den Irak vorgesehen sind. Von den 56 Maschinen stünden nur 21 zum Einsatz bereit. Ein Sprecher der Bundeswehr sagte zu dem Bericht, es handele sich um eine "Momentaufnahme". Den dadurch entstehenden Eindruck könne er nicht bestätigen.

Quelle: n-tv.de

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