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Die Zahl der Neonazis mit Parteibuch ist im vergangenen Jahr gestiegen.
Die Zahl der Neonazis mit Parteibuch ist im vergangenen Jahr gestiegen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Aggressiver und aktionsfähiger": Deutschlands rechte Szene wächst rasant

Die Flüchtlingskrise beschert der rechtsextremen Szene immer stärkeren Zulauf. Sicherheitsexperten warnen: Die Neonazis seien gut vernetzt - und zunehmend gewaltorientiert. Damit steige auch die Gefahr rechten Terrors.

Die rechtsextreme Szene agiert einem Pressebericht zufolge zunehmend gewalttätig. Die Zahl der "gewaltorientierten Rechtsextremisten" stieg 2015 um mehr als 1000 auf über 11.500, wie der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete. Angesichts der weit verbreiteten "Hasspropaganda" gegen Flüchtlinge steige der "Aggressionspegel". Auch die Kooperation mit gewaltbereiten, islamfeindlichen Hooligans wirke sich aus.

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Von Januar bis November 2015 hatte die Polizei nach vorläufigen Erkenntnissen 12.650 politisch rechts motivierte Delikte, darunter 846 Gewalttaten, festgestellt. Die Zahlen, die auf monatliche Anfragen der Linken-Abgeordneten Petra Pau zurückgehen, werden aufgrund der zu erwartenden Nachmeldungen der Polizei noch steigen. Im Vorjahr waren deutlich weniger Gewalttaten von Rechtsextremisten registriert worden.

Sicherheitskreise beziffern die rechtsextreme Szene laut Zeitungsbericht insgesamt auf mehr als 22.000 Anhänger. Mehrere rechtsextremistische Organisationen und lose Vereinigungen hätten Zulauf. So sei die Neonazi-Partei Die Rechte um mehr als hundert auf über 600 Mitglieder gewachsen. Die zweite neuere Partei aus dem braunen Spektrum, Der III. Weg, legte demnach um ungefähr 50 Prozent auf rund 300 Mitglieder zu.

Rechte vernetzen sich über Soziale Medien

Beide Parteien seien zunehmend ein Auffangbecken für Neonazis und wären im Falle eines Verbots der NPD vor allem für junge, aktivistische Nationaldemokraten attraktiv, hieß es unter Berufung auf Sicherheitsexperten. Die NPD selbst habe zudem ihren jahrelangen Abwärtstrend gestoppt. Sie werde wie schon 2014 auf 5200 Mitglieder taxiert. Von 2010 bis 2014 hatte die Partei einen Rückgang um 1400 Mitglieder hinnehmen müssen.

Sorgen bereitet den Sicherheitsexperten auch, dass sich Teile der rechten Szene zunehmend in soziale Netzwerke begeben. Die rasche Verabredung über Facebook und Whats App sei ein "Nährboden für neue, schlagkräftige Organisationen, die schwerer zu greifen sind". Dieser Wandel mache den Rechtsextremismus "aktionsfähiger", damit steige auch die Terrorgefahr.

Quelle: n-tv.de

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