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Bernd Lucke will, dass seine AfD nicht länger mit rechten Gedanken in Verbindung gebracht wird.
Bernd Lucke will, dass seine AfD nicht länger mit rechten Gedanken in Verbindung gebracht wird.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Eurokritiker bremsen rechte Überläufer: Die AfD will sauber bleiben

Wachsen wollen sie, aber nicht um jeden Preis: Die Eurokritiker von der AfD stemmen sich gegen den Zulauf aus obskuren rechtspopulistischen Splitterparteien. Eine islamkritische Bewegung probiert es trotzdem.

Mit seiner Partei Die Freiheit schaffte René Stadtkewitz nie den Durchbruch.
Mit seiner Partei Die Freiheit schaffte René Stadtkewitz nie den Durchbruch.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Alternative für Deutschland (AfD) will offenbar ihrem rechten Image entgegenwirken. Ehemalige Mitglieder kleiner Parteien sollen deshalb nur noch in Ausnahmefällen beitreten dürfen. Das gilt vor allem für die rechtspopulistische Partei Die Freiheit. Der weitreichende Aufnahmestopp gelte aber auch für Überläufer anderer Kleinparteien, teilte die AfD mit.

Hintergrund dieser Maßnahme könnte die massive Annäherung von Die Freiheit an die AfD sein. Ihr Vizechef bestätigte laut einem Bericht von "Spiegel Online", die Partei wolle ihre Arbeit auf bundes- und landespolitischer Ebene einstellen – zugunsten der AfD. Dies habe der Die-Freiheit-Vorstand beschlossen, allerdings ohne die AfD vorher zu fragen. Hinter Die Freiheit steht der einstige Berliner CDU-Politiker René Stadtkewitz.

Lucke gegen Fremdenfeindlichkeit

Parteichef Bernd Lucke verwies auf den Beschluss des AfD-Bundesvorstands: Die Mitgliedschaft in der AfD sei unvereinbar mit ausländerfeindlichen, rassistischen, antisemitischen, islamfeindlichen, rechtsextremen und linksextremen Gesinnungen. Wenn die Betreffenden "eine islamophobe und latent fremdenfeindliche Einstellung haben, haben sie bei uns nichts verloren", hob Lucke insbesondere hervor. Die Freiheit fiel insbesondere durch ihre Islamkritik und die Sympathie zu dem höchst umstrittenen niederländischen Politiker Geert Wilders auf.

Ausnahmen von der Mitglieder-Aufnahme sollen möglich sein, etwa wenn die Mitgliedschaft schon längere Zeit zurückliegt. Der Aufnahme müsse aber ein protokolliertes Einzelgespräch vorausgehen und der Landesvorstand müsse zustimmen. Die neuen Bestimmungen sollen auch für frühere Mitglieder anderer Kleinparteien gelten - nicht aber für die FDP, hieß es.

Die AfD war bei der Bundestagswahl mit 4,7 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Bei der Europawahl im Mai 2014 will sie erneut Anlauf nehmen.

Quelle: n-tv.de

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