Politik

Live-Ticker zum Putschversuch: Die Geschehnisse in der Türkei zum Nachlesen

Wir beenden den Liveticker zum Putschversuch und informieren Sie weiter aktuell in den gewohnten Formaten.

+++ 14:49 US-Außenminister Kerry warnt Türkei +++
US-Außenminister John Kerry ist angeblichen Unterstellungen in der Türkei entgegengetreten, die USA seien in den gescheiterten Putschversuch involviert. Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, Kerry habe am Samstag seinen türkischen Amtskollegen Mevlut Cavosoglu vor einer Beeinträchtigung der Beziehungen zwischen den beiden Nato-Partnern gewarnt. Kerry rief die Türkei demnach dazu auf, Zurückhaltung zu üben und sich bei der Untersuchung der Umsturzpläne an die Gesetze zu halten.

+++ 14:45 EU-Ausschuss beruft Sondersitzung ein +++
Der Auswärtige Ausschuss des Europaparlaments nach Angaben seines Vorsitzenden am Dienstagmorgen zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Man wolle die Auswirkungen der Situation im Land auf das Flüchtlingsabkommen diskutieren, das die EU mit der Türkei abgeschlossen hat, sagte Elmar Brok der "Neuen Westfälischen". Im Moment sehe er aber keine Anzeichen dafür, dass das Abkommen in Frage stehe.

+++ 14:40 Hürriyet-Verleger: "Bösartiger Angriff auf Staat und Demokratie" +++
Aydin Dogan, Verleger von Zeitungen wie "Hürriyet" und "Posta" und Eigentümer von Fernsehsendern wie CNN Türk, hat sich offiziell zu dem Militärputsch in der Türkei geäußert. Dogan verurteilt die Pläne von Teilen des Militärs scharf: "Es war ein bösartiger Angriff auf Staat, Nation und Demokratie", schreibt er. Dogan ist unter anderem auch Partner von Axel Springer SE und Hubert Burda Media.

+++ 14:19 Video von der Putschnacht am Bosporus +++
5-minütiges Video von der Nacht, als das Militär die Bosporus-Brücke absperrte:

 

+++ 14:06 Österreich: Europa muss Erdogan Grenzen aufzeigen +++
Österreichs Außenminister Sebastian Kurz plädiert für eine konsequente Haltung Europas gegenüber Präsident Recep Tayyip Erdogan zur Einhaltung der Grundrechte nach dem Putschversuch. "Österreich wird beim Außenministerrat in Brüssel darauf drängen, dass Europa Erdogan ganz klare Grenzen aufzeigt", sagte der ÖVP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Wien. Der gescheiterte Umsturz dürfe kein Freibrief für Willkür sein. Der EU-Außenministerrat tagt am Montag.

+++ 14:02 Merkel und Seehofer treffen sich in Berlin +++
Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel kommt am Dienstagabend mit CSU-Chef Horst Seehofer zu einem Gespräch unter vier Augen zusammen. Bei dem vertraulichen Treffen geht es dem "Münchner Merkur" zufolge unter anderem um die Lage in der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch, den Anschlag in Nizza.

+++ 13:57 Türkische Zentralbank: "Wir werden alles tun" +++
Die türkische Zentralbank stellt den Geschäftsbanken den Landes unbegrenzte Liquiditätslinien in Aussicht. Sie werde alles Nötige tun, um die Finanzstabilität des Landes zu verteidigen.

+++ 13:53 Erdogan - Werden "Gülen-Geschwür" beseitigen +++
Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigt ein massives Vorgehen gegen Anhänger des Klerikers Fethullah Gülen an. Die "Säuberung aller staatlichen Institutionen von diesem Geschwür" werde weitergehen. Der Putschversuch dieser "Terror-Gruppe" sei durch den Willen des Volkes zum Scheitern gebracht worden.

+++ 13:40 Festnahmen auf dem Bundeswehr-Stützpunkt Incirlik +++
Laut einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" wurden auf dem von der Bundeswehr genutzten Luftwaffenstützpunkt in der südlichen Provinz Adana mehrere Militärs festgenommen. Es soll sich um General Bekir Ercan Van und mehrere Soldaten handeln. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, Bundeswehrsoldaten dürften den Luftwaffenstützpunkt aufgrund der erhöhten Alarmstufe nicht verlassen.

+++ 13:36 Medien: Fahndung nach Richtern und Staatsanwälten +++
Örtlichen Medienberichten zufolge wurden 140 Richter und Staatsanwälte zur Fahndung ausgeschrieben. Die Richter und Staatsanwälte aus Istanbul würden der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation und Beteiligung am Putschversuch beschuldigt, heißt es. Den Berichten zufolge sollen Wohnungen und Büros der Beschuldigten durchsucht werden.

+++ 13:31 Reiseveranstalter: Lage in Badeorten ruhig +++
Die Lage in den Urlaubsgebieten ist ruhig, bestätigte ein Sprecher von Thomas Cook. Die Badeorte seien zum Teil weit entfernt von Istanbul und Ankara. Bei Tui wurden rund 30 Rückreisewünsche angemeldet - bei derzeit etwa 18.000 Tui-Gästen in der Türkei, wie die Sprecherin des weltgrößten Reisekonzerns, Anja Braun, in Hannover sagte.

+++ 13:02 Ankara: Investoren müssen sich nicht sorgen +++
Wie wird sich der gescheiterte Putschversuch in der Türkei auf die Börsen auswirken? "Die US-Renditen gehen runter, die türkische Lira gibt nach, der Goldpreis steigt - das ist eine Reaktion wie aus dem Lehrbuch", so Portfolio-Stratege Brian Jacobsen vom Vermögensverwalter Wells Fargo Funds Management.

Die Reaktionen der Börsen am Golf, an denen sonntags gehandelt wird, fielen gemischt aus: Während die Börsen in Saudi-Arabien und Dubai etwas anzogen, ging es in Kuwait und Katar leicht bergab. Investoren müssen sich nach Ansicht des stellvertretenden Ministerpräsidenten Mehmet Simsek nicht sorgen. "Wir haben die Kontrolle. Kein Grund zur Sorge", schrieb er auf Twitter.

 

+++ 12:45 Anhörung geflohener Soldaten in Griechenland +++
Die acht türkischen Soldaten, die sich am Vortag mit einem Hubschrauber von der Türkei nach Nordgriechenland abgesetzt hatten, sind der Staatsanwaltschaft von Alexandroupolis vorgeführt worden. Es bestehe unter anderem der Vorwurf der unerlaubten Einreise nach Griechenland und des Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz, berichtete der griechische Staatssender ERT. Die Männer hätten offiziell Anträge auf politisches Asyl gestellt. Nach Angaben einer Rechtsanwältin, die vier von ihnen vertritt, hätten sie von dem Putsch nichts gewusst, sondern seien für Krankentransporte zuständig gewesen. Sie seien unter Beschuss geraten und daraufhin mit einem Hubschrauber geflohen. Am Montag sollen die Soldaten erneut vernommen werden; dann soll auch über das weitere Vorgehen entschieden werden.

+++ 12:37 Putin steht hinter Erdogan +++
Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Putschversuch bei einem Telefonat mit seinem Kollegen Recep Tayyip Erdogan als unzulässig und verfassungswidrig bezeichnet. Die Führung in Moskau sei prinzipiell gegen solche Gewalt gegen den Staat. Putin habe Erdogan sein Beileid für die Opfer übermittelt, hieß es weiter aus dem Kreml in Moskau. Das Telefonat gilt als weiterer Schritt hin zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Ankara. Das Verhältnis hatte sich nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im November 2015 im syrischen Grenzgebiet durch die Türkei massiv verschlechtert.

+++ 12:30 Netanjahu: Versöhnungsprozess geht weiter +++
Der Putschversuch in der Türkei wird sich nach Einschätzung des israelischen Ministerpräsidenten nicht negativ auf den Versöhnungsprozess mit Israel auswirken. "Wir gehen davon aus, dass der Prozess ungeachtet der dramatischen Vorfälle in der Türkei weitergeht", sagte Benjamin Netanjahu während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. Nach sechs Jahren Eiszeit hatten die ehemaligen Bündnispartner im vergangenen Monat ein Abkommen unterzeichnet, das eine umfassende Normalisierung ihrer Beziehungen vorsieht. 2010 war es zum Bruch gekommen, nachdem die israelische Marine ein Gaza-Solidaritätsschiff gestürmt und dabei zehn türkische Staatsbürger getötet hatte. Dafür soll Israel nach dem Abkommen rund 20 Millionen Dollar Entschädigung zahlen.

+++ 12:01 Justizminister Bozdag: Bisher 6000 Festgenommene +++
Dem türkischen Justizminister Bekir Bozdag zufolge wurden nach dem gescheiterten Putsch bisher etwa 6000 Personen festgenommen. Das berichtet unter anderem haber.star.com. Gegen diese Personen würden nun Gerichtsverfahren vorbereitet.

+++ 11:23 Lufthansa und Eurowings fliegen wieder regulär Türkei an +++
Nach dem Putschversuch in der Türkei fliegt die Lufthansa wieder nach Plan die Türkei an. "Wir kehren weitgehend zum normalen Flugbetrieb zurück", sagte ein Sprecher. Nur jeweils ein Hin- und ein Rückflug zwischen Ankara und München sowie eine Verbindung Istanbul-Frankfurt seien am Sonntag gestrichen worden. Am Samstag hatte Lufthansa aus Sicherheitsgründen alle Istanbul-Flüge von und nach Frankfurt annulliert. Zudem waren alle Türkei-Flüge von und nach München abgesagt worden. Auch Eurowings nahm nach eigener Mitteilung nach vorherigen Ausfällen den normalen Flugverkehr mit der Türkei wieder auf.


+++ 11:09 Aufräumarbeiten am Parlament in Ankara +++
Am Parlamentsgebäude in Ankara hat die Müllabfuhr begonnen, die Spuren der Demonstrationen zu beseitigen. In der Nacht hatten sich dort noch Zehntausende Menschen zu einer "Wache für die Demokratie" versammelt.

+++ 10:27 Ruhani: Zeit von Militärputschen ist vorbei +++

Irans Präsident Hassan Ruhani hat den Putschversuch in der Türkei verurteilt. "Kanonen und Panzer können wahre demokratisch gewählte Regierungen nicht mehr stürzen. Die Zeit ist vorbei", sagte Ruhani in einer Rede in der westiranischen Stadt Kermanschah. Leider glaubten immer noch einige in der Region, dass ein Militärputsch etwas bewirken könne, doch nur über Wahlurnen könnten Proteste weltweit reflektiert und Probleme ausgeräumt werden. Das gelte für die Türkei, aber auch den Iran und die Krise in Syrien, so Ruhani.

Die Putschisten hatten unter anderem das Parlament in Ankara bombardiert.
Die Putschisten hatten unter anderem das Parlament in Ankara bombardiert.(Foto: dpa)

+++ 10:06 Regierungskreise: Putschisten hatten sechs F16 unter ihrer Kontrolle +++
Die Putschisten in der Türkei hatten nach Angaben aus Regierungskreisen sechs F16-Kampfflugzeuge in ihre Gewalt gebracht. Die Jets seien von der Luftwaffenbasis in Diyarbakir gestartet, über Istanbul und Ankara geflogen und schließlich auf der Luftwaffenbasis in Malatya gelandet, hieß es aus Regierungskreisen. Nach dem Putschversuch wurden knapp 3000 Verdächtige aus den Reihen der Streitkräfte festgenommen, darunter auch der Kommandeur der Zweiten Armee, General Adem Huduti. Die Zweite Armee hat ihr Hauptquartier in Malatya, wo die Jets gestartet sein sollen, und ist für die Grenzregion zu Syrien, dem Iran und dem Irak zuständig.

+++ 09:49 Saudi-Arabien fliegt Staatsbürger aus Türkei aus +++
Saudi-Arabien Airlines hat fünf Sonderflüge eingerichtet, um im Lauf des Tages, seine Staatsbürger aus der Türkei auszufliegen. Bürger, die nach dem gescheiterten Putschversuch in das Königreich zurückkehren wollen, wurden aufgefordert, sich über spezielle Kontaktnummern mit den Behörden in Verbindung zu setzen. Der Zeitung "Saudigazette" zufolge kann die Sitzkapazität auch noch weiter erhöht werden.

+++ 09:11 Welterbekomitee nimmt in Istanbul Beratungen wieder auf +++
Die nach dem versuchten Militärputsch in der Türkei unterbrochene Sitzung des Welterbekomitees der Unesco hat ihre Arbeit wieder aufgenommen. Dabei soll unter anderem entschieden werden, ob die Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung des Architekten Le Corbusier zum Welterbe ernannt werden. Eigentlich sollte bereits am Samstag über den Antrag entschieden werden. Die Sitzung war nach den Kämpfen in der Türkei jedoch zunächst ausgesetzt worden.

+++ 08:33 "The Sunday Times": Turbulenzen in der Türkei werden weitergehen +++
Zum Putschversuch in der Türkei meint die Londoner "Sunday Times":
"Erdogan bietet sich nun eine Möglichkeit, mit seinem Regime die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit noch stärker einzuschränken. Das wird die Türkei weiter vom Ziel einer EU-Mitgliedschaft entfernen, aber es bedeutet auch, dass die Nato-Verbündeten, unter ihnen Großbritannien, gute Miene zum bösen Spiel machen müssen. Die Türkei ist strategisch und politisch wichtig. Erdogan hat unklugerweise Streitigkeiten mit den meisten seiner östlichen Nachbarn angefangen, aber das letzte, was die Nato will - sie hat Truppen in dem Land stationiert -, ist ein Militärputsch. Für ein paar Stunden dürfte sich Angela Merkel am Freitag gefragt haben, was aus ihrem Deal mit Erdogan zur Eindämmung des Flüchtlingsstroms aus dem Nahen Osten in die EU wird. Von diesem unberechenbaren Land hängt eine Menge ab. Der Putsch wurde niedergeschlagen, doch die Turbulenzen werden anhalten."

+++ 07:57 Asylverfahren für Putschisten in Griechenland beginnt am Montag +++
Am Montag soll das Asylverfahren der acht türkischen Militärs beginnen, die sich abgesetzt hatten. Es könnte mehrere Wochen dauern, wie griechische Asylexperten vermuteten. Die Türkei fordert die sofortige Auslieferung der mutmaßlichen Putschisten. Es handelt sich um drei Majore, drei Hauptmänner und zwei Unteroffiziere, alle Heeresflieger, wie griechische Medien berichteten.

+++ 07:31 Türkische Militärs holen Hubschrauber aus Griechenland ab +++
Der türkische Hubschrauber, mit dem sich acht mutmaßliche Putschisten nach Griechenland abgesetzt hatten, ist in die Türkei zurückgeflogen worden. Medienberichten zufolge landete am späten Samstagabend ein anderer türkischer Militärhelikopter auf dem Flughafen der griechischen Grenzstadt Alexandroupolis. Dessen Besatzung überprüfte den Hubschrauber und brachte ihn zurück in die Türkei.

+++ 06:51 Erdogan spricht mit Tsipras und bedankt sich +++

Erdogan flog nach dem Putsch zunächst nach Istanbul.
Erdogan flog nach dem Putsch zunächst nach Istanbul.(Foto: AP)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am späten Samstagabend mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras telefoniert. Wie die staatliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA berichtete, bedankte sich Erdogan für die griechische Haltung, den Putsch gegen ihn zu verurteilen. Im Fall der acht türkischen Militärs, die am Samstag an Bord eines Hubschraubers im griechischen Alexandroupolis landeten und politisches Asyl beantragten, habe Tsipras klargestellt, Griechenland werde das Asylrecht und die Menschenrechte respektieren, hieß es.

+++ 05:57 Oettinger: Türkei darf Grundrechte nicht weiter einschränken +++
EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hat die türkische Regierung ermahnt, die demokratischen Grundrechte nach dem versuchten Putsch nicht weiter einzuschränken. Nutze Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hingegen den versuchten Umsturz, um die Grundrechte weiter zu beschneiden, entferne er sich von den von der Europäischen Union und der Nato vertretenen Werten. "Er würde damit seine Position zwar innenpolitisch stärken, doch er würde sich außenpolitisch isolieren", sagte Oettinger der "Welt am Sonntag".

+++ 03:50 USA: Reisen in Türkei "überdenken" +++
Die USA warnen ihre Bürger nach dem Putschversuch vor Reisen in die Türkei. US-Bürger sollten Reisen in die Türkei wegen des gescheiterten Militärputsches und seiner Folgen "überdenken", erklärte das US-Außenministerium. In der Mitteilung wurde zudem vor einer "zunehmenden Gefahr durch Terrorgruppen" im ganzen Land gewarnt. Von Reisen in den Südosten der Türkei, wo die Armee mit aller Härte gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorgeht, wird ausdrücklich gewarnt.

+++ 03:21 Airbus verschiebt A320 neo-Auslieferung an Pegasus +++
Der Flugzeughersteller Airbus hat die Lieferung überarbeiteter A320neo an die türkische Airline Pegasus verschoben. Darauf hätten sich beide Seiten angesichts der politische Lage verständigt, heißt es. Ursprünglich hätte die erste Maschine am Dienstag übergeben werden sollen. Einen neuen Termin gibt es noch nicht

+++ 02:19 Zehntausende in Türkei auf den Straßen +++

Auch in Ankara gingen waren Tausende Demonstranten auf der Straße.
Auch in Ankara gingen waren Tausende Demonstranten auf der Straße.(Foto: picture alliance / dpa)

In mehreren Städten in der Türkei haben Zehntausende Menschen in der Nacht zum Sonntag "Wache für die Demokratie" abgehalten. Türkischen Medien berichten von Siegesfeiern nach dem gescheiterten Putschversuch in Städten vom Westen bis zum Südosten des Landes. Bilder zeigen jubelnde und fahnenschwenkende Menschenmassen etwa in der Hauptstadt Ankara. Die Nachrichtenagentur Dogan (DHA) sprach von etwa 75.000 Teilnehmern in der Stadt Adapazari im Nordwesten der Türkei. Auf dem Taksim-Platz in Istanbul versammelten sich am Abend etwa Tausend Anhänger des Staatspräsidenten Erdogan.

+++ 01:20 Steinmeier: 200.000 deutsche Touristen in der Türkei +++
In der Türkei befinden sich nach Worten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier derzeit 200.000 Urlauber aus Deutschland. Diese Zahl nannte der SPD-Politiker im Gespräch mit der Zeitung "Bild am Sonntag". Die großen deutschen Reisekonzerne Thomas Cook  ("Öger") und TUI beschrieben die Lage in den türkischen Hauptbade-Regionen Antalya und Bodrum am Samstag als ruhig. Nur sehr wenige Gäste wollen den Angaben zufolge vorzeitig abreisen.

+++ 00:38 Kerry bestreitet US-Beteiligung an Putschversuch +++
Mit scharfen Worten hat sich US-Außenminister John Kerry gegen angebliche Unterstellungen, die USA seien in den gescheiterten Putschversuch in der Türkei involviert, verwahrt. Ein Sprecher Kerrys erklärt, der Minister habe seinem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavosoglu deutlich gemacht, dass "öffentliche Andeutungen oder Behauptungen über jedwede Beteiligung der USA an dem gescheiterten Putschversuch völlig falsch und schädlich für unsere bilateralen Beziehungen sind".

+++ 00:10 US-Behörde untersagt Flüge in die Türkei +++
Die US-Luftaufsichtsbehörde FAA untersagt bis auf weiteres alle Flüge aus der Türkei in die USA. Zudem dürfen US-Maschinen die Türkei nicht mehr ansteuern, wie die Behörde mitteilt.

+++ 23:59 Athen will Asylanträge rasch prüfen +++
Griechenland will die Asylanträge der türkischen Soldaten schnell prüfen, die mit einem Militärhubschrauber in das Land geflohen sind. Das sagt Regierungschef Alexis Tsipras laut Regierungskreisen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in einem Telefonat zu. Die Prüfung werde internationales Recht und Menschenrechtskonventionen respektieren.

+++ 22:45 Al-Jazeera: Erdogan-Jubelfeiern in Gaza, Südlibanon und Somalia +++

Auch die Nachrichtenagentur Reuters übermittelt Bilder von den Feiern.

Küsse für Erdogan in Khan Younis, Gaza.
Küsse für Erdogan in Khan Younis, Gaza.(Foto: REUTERS)

+++ 21:52 Türkische Militärs holen Hubschrauber in Griechenland ab +++
Eine Gruppe von dreizehn türkischen Soldaten trifft an Bord eines Militärhubschraubers im Flughafen der griechischen Hafenstadt Alexandroupolis ein. Sie sollen den türkischen Hubschrauber vom Typ "Black Hawk" abholen, an dessen Bord sich acht türkische Soldaten nach Griechenland abgesetzt hatten, um dort politisches Asyl zu beantragen. Während der türkische Außenminister Cavusoglu von einer schnellen Auslieferung der Militärs ausgeht, rechnen griechische Juristen mit einem Asylverfahren, das bis zu 20 Tage dauern könnte.

+++ 21:44 Ägypten blockiert Beschluss des UN-Sicherheitsrats +++
Ägypten blockiert einen Beschluss des UN-Sicherheitsrats, in dem die Gewalt und die Unruhen in der Türkei verurteilt werden soll. Die Regierung in Kairo lehnt nach Angaben von Diplomaten insbesondere einen Passus ab, in dem alle Parteien aufgefordert werden, die "demokratisch gewählte Regierung der Türkei" zu respektieren. Der UN-Sicherheitsrat befinde sich nicht in der Position, zu beurteilen, ob eine Regierung demokratisch gewählt sei oder nicht.

+++ 21:28 Türkei: Griechenland sagt Auslieferung türkischer Soldaten zu +++
Die acht türkischen Soldaten, die sich per Hubschrauber nach Griechenland abgesetzt und dort politisches Asyl beantragt haben, sollen nach türkischer Darstellung bald wieder zurückgeschickt werden. Der griechische Außenminister Nikos Kotzias habe ihm am Telefon die Auslieferung "der acht Verräter" in kürzester Zeit zugesagt, twittert der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

Athen bestätigt das Telefonat, äußert sich aber deutlich zurückhaltender. Für die Soldaten, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren, würden die internationalen Regeln gelten, sagt der Sprecher des griechischen Außenministeriums. Die Möglichkeit einer Auslieferung ließ Athen offen.

+++ 21:06 Tausende jubeln für Erdogan +++
Auf dem Taksim-Platz in Istanbul versammeln sich Anhänger des Staatspräsidenten Erdogan, um den Sieg über die Putschisten zu feiern. Viele schwenken die türkische Flagge und rufen "Gott ist groß". Auch auf der Unabhängigkeitsstraße in Istanbul schwenken die Menschen Fahnen, Autos fahren laut hupend die Straße entlang. Istanbul ist eine Hochburg der Erdogan-Anhänger, der Staatschef war früher Bürgermeister der Millionenstadt am Bosporus. In Ankara versammeln sich die Erdogan-Anhänger vor dem Parlament. Die Solidaritätsveranstaltungen verlaufen friedlich, an einigen Orten sind Bengalos zu sehen.

Regierungskritische Demonstrationen sind auf dem Taksim-Platz in Istanbul seit den Protesten 2013 verboten.
Regierungskritische Demonstrationen sind auf dem Taksim-Platz in Istanbul seit den Protesten 2013 verboten.(Foto: REUTERS)

 

Hier geht es zum Liveticker zu den Entwicklungen am Samstag.

Hier geht es zum Liveticker von den ersten Stunden des versuchten Militärputsches in der Türkei.

Quelle: n-tv.de

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