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Hillary Clinton galt lange Zeit als Top-Favoritin auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur.
Hillary Clinton galt lange Zeit als Top-Favoritin auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur.(Foto: dpa)

US-Vorwahlen in Iowa: Die Kandidaten im Überblick

Hillary Clinton und Jeb Bush gehen als Favoriten in den Vorwahlkampf. Unerwartet machen ihnen ein Sozialist und ein Milliardär plötzlich das Leben schwer. Die wichtigsten Bewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur im Überblick:

DEMOKRATEN

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Hillary Clinton (68): 2008 unterlag sie Barack Obama in den innerparteilichen Vorwahlen. Der machte sie später zu seiner Außenministerin. Diesmal galt die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton lange als Top-Favoritin bei den Demokraten. In letzter Zeit hat dieses Bild Risse bekommen. Clinton erhält überraschend viel Gegenwind von ihrem Kontrahenten Bernie Sanders. Im Vergleich aller Bewerber beider Parteien ist sie dennoch die einzige, die sich international Anerkennung erworben hat.

Bernie Sanders (74): Er ist der erfahrenste Parlamentarier im Rennen um das Präsidentenamt, 1990 wurde er erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt. Seit 2006 ist er Senator für den Staat Vermont. Sanders bezeichnet sich selbst als "demokratischer Sozialist" und wurde lange als Außenseiter erachtet. Eine breite Basis kann er nicht auf sich vereinen. Aber er ist beliebt, vor allem bei jungen Menschen, und versteht es, Achtungszeichen zu setzen.

REPUBLIKANER

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Donald Trump (69): Er schmeißt mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, ist aber als Parteispender in Erscheinung getreten. Er unterstützte sowohl Republikaner als auch Demokraten. Im Jahr 2000 gewann er die Vorwahlen in Kalifornien. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen. Trump liegt zwar dank seiner Lautstärke und geschickter Medienauftritte in den Umfragen des Vorwahlkampfes weit vorne, er polarisiert aber auch stark, etwa beim Thema Migration.

Ted Cruz (45): Er war schon mit kaum 30 Jahren als Wahlkampfberater für George W. Bush tätig. 2012 wurde der Jurist als Senator für Texas in den US-Senat gewählt. Er steht der Tea Party nahe, ist unter anderem gegen Abtreibung und schärfere Waffengesetze. Für den Mainstream könnte er zu stark polarisieren, allerdings hat er großen Rückhalt bei den konservativen Christen und bei der Waffenlobby, beide Interessengruppen haben großen Einfluss. Cruz wurde in Kanada als Sohn einer US-Amerikanerin geboren. Manche - etwa Trump - stellen deshalb in Frage, ob er überhaupt Präsident werden könne.

Marco Rubio (44): Er ist der Sohn kubanischer Einwanderer und buhlt daher vor allem um die wichtigen Stimmen der Latinos. Rubio studierte Jura und wurde schon mit 28 Jahren in das Parlament von Florida gewählt. Dort arbeitete er unter anderem auch mit dem damaligen Gouverneur Jeb Bush zusammen - seinem jetzigen Rivalen. 2010 wurde Rubio für Florida in den US-Senat gewählt. Er fordert eine umfassende Einwanderungsreform und lehnt die Annäherung zwischen Havanna und Washington vehement ab.

John Kasich (63): Er hat auf verschiedenen politischen Ebenen Erfahrungen gesammelt. Er kam jung in den Senat von Ohio, war dann dort Abgeordneter und schließlich in dieser Funktion auch in Washington. 18 Jahre lang saß Kasich im Kongress, machte sich dort als Vorsitzender des Haushaltsausschusses einen Namen - etwa als er gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton einen Plan zum Abbau des Haushaltsdefizits auf den Weg brachte. Der Gouverneur Ohios gilt als sehr konservativ. Er stammt aus einem wichtigen sogenannten "swing state" und wird als Geheimtipp gehandelt. In "swing states" ist der Ausgang der Abstimmung nicht von vornherein klar.

Jeb Bush (62): Als Sohn von US-Präsident George Bush und Bruder des Präsidenten George W. Bush wäre Jeb im Falle einer Wahl der dritte Bush im Oval Office. Von 1998 bis 2006 war er Gouverneur Floridas, danach Unternehmer. Bush ist stramm konservativ, aber nicht populistisch. Er galt anfangs als klarer Favorit bei den Republikanern, enttäuschte aber und wirkte in den TV-Debatten mit den anderen Bewerbern leidenschaftslos. Er bräuchte dringend messbaren Erfolg, um noch zu punkten.

Quelle: n-tv.de

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