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Auf der Spielemesse Gamescom in Köln.
Auf der Spielemesse Gamescom in Köln.(Foto: picture alliance / dpa)

Rauchen und Saufen sind out: Die neue Gefahr heißt Spielsucht

Vor Jahren hieß es, Deutschland steuere auf eine Generation von Kiffern und Säufern zu. Das hat sich geändert. Ganz oben auf der "Hitliste" steht jetzt die Spielsucht. Offenbar haben Jugendliche beim Zocken kaum Zeit für andere Süchte. Zwischendurch reicht es noch für das Komatrinken.

Jugendliche greifen in Deutschland zwar seltener zu Flasche, zur Zigarette oder den Joint - insgesamt haben aber Millionen Bundesbürger weiter erhebliche Suchtprobleme. Das neue daran ist, dass viele von ihnen inzwischen fast krankhaft am heimischen Computer oder an öffentlichen Geldspielautomaten hängen. Dies geht aus dem neuen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung hervor, den die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans in Berlin vorstellte.

Besorgt zeigte sie sich über den "exzessiven oder pathologischen Computerspiel- und Internetgebrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen". Dyckmans kündigte an, die Bundesregierung peile noch vor der Sommerpause eine Verordnung an, um in Gaststätten die Zahl der Glücksspielautomaten - derzeit sind das maximal drei - zu reduzieren. Zu diesen Geräten haben auch Jugendliche unter 18 Jahren - entgegen den gesetzlichen Bestimmungen - meist unkontrollierten Zugang.

Beim Tabakkonsum von Jugendlichen berichtete Dyckmans von einem neuen Tiefstand: Nur noch 12 Prozent griffen in der Gruppe der 12 bis 17-Jährigen mindestens einmal pro Woche zur Zigarette. Generell habe sich der rückläufige Trend beim Alkoholkonsum junger Leute 2011 fortgesetzt. Dies zeige, dass die Drogen- und Suchtpräventionen der Bundesregierung positive Wirkung zeige.

Dagegen sei das Komatrinken bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin stark verbreitet. Laut Bericht trinken etwa 9,5 Millionen Bundesbürger Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Die Zahl der Drogentoten war 2011 auf 986 und damit auf den bislang niedrigsten Stand gesunken, wie Dyckmans sagte.

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Quelle: n-tv.de

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