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Erkundung: Der Salzstock von Gorleben ist bislang die einzige Möglichkeit für ein Endlager mit hoch radioaktiven Müll.

Erkundung: Der Salzstock von Gorleben ist bislang die einzige Möglichkeit für ein Endlager mit hoch radioaktiven Müll.
(Foto: dpa)

Donnerstag, 04. November 2010

Atommüll – nein danke!: Die scheinheilige Endlager-Suche

Till Schwarze

Der Atommüll in Deutschland nimmt im Jahr um über 400 Tonnen zu, aber ein Endlager ist nicht in Sicht. für Schwarz-Gelb kommt allein der Salzstock in Gorleben für den strahlenden Abfall in Frage. Doch die Bedenken sind groß.

Deutschland ist nicht allein mit seinem Problem. Weltweit gibt es derzeit noch kein einziges Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. "Die Endlagerung ist die Achillesferse der Kernenergie", sagt auch der ehemalige Chef des deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder.

Wohin mit dem ganzen Müll, der über unvorstellbare hunderttausend Jahre nichts von seiner strahlenden Gefährlichkeit verlieren wird? In Deutschland wird derzeit einzig und allein der Salzstock in Gorleben auf seine Eignung als Endlager überprüft. Die schwarz-gelbe Bundesregierung will das zwar ergebnisoffen tun, Alternativen lässt sie aber nicht zu. Rund um Gorleben wächst deshalb die Angst, bereits als nukleare Abfallhalde abgestempelt zu sein. Und mit jedem neuen Castor-Transport in die Region verfestigt sich dieser Eindruck.

Warum ist es so schwer, ein Endlager zu finden?

Das liegt in der Natur der Sache: Hoch radioaktiver Abfall stellt eine Bedrohung für Mensch und Umwelt dar. Und zwar für zehntausende von Jahren. Deshalb sind die Anforderungen an einen Standort für die Lagerung solchen Mülls enorm; deshalb möchte aber auch niemand eine nukleare Müllhalde vor seiner Haustür haben.

Einfach versenkt: Asse gilt als Lehrstück, wie man nicht mit Atommüll umgehen sollte.

Einfach versenkt: Asse gilt als Lehrstück, wie man nicht mit Atommüll umgehen sollte.
(Foto: picture alliance / dpa)

Trotzdem gibt es in Deutschland bereits ein Endlager für Atommüll, allerdings nur für schwach- und mittelradioaktiven Abfall. Dieser fällt in der Forschung, der Industrie und der Medizin in geringen Mengen an. Der Schacht Konrad, ein ehemaliges Eisenerzbergwerk in Salzgitter, wurde 2002 dafür als Standort ausgewählt. Dagegen muss ein anderes Endlager für radioaktiven Müll, die Asse, nun wieder unter großem Aufwand und mit enormen Kosten geräumt werden, weil es sich als höchst unsicher erwiesen hat.

Welche Kriterien muss ein mögliches Endlager erfüllen?

Ein Endlager soll hoch radioaktiven Atommüll für eine Million Jahre sicher aufbewahren können. Zum Vergleich: Den Menschen als Homo Sapiens gibt es erst seit 100.000 bis 200.000 Jahren. An diesem Anspruch lässt sich bereits die Unmöglichkeit einer Standortsuche ablesen. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums übernimmt in Deutschland das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Kontrolle der Endlagersuche. "Konkrete Standortauswahl- und Erkundungskriterien werden nicht festgelegt", betont dabei das Umweltministerium. Klar ist aber, dass eine Lagerung des Atommülls so erfolgen muss, dass keine Radioaktivität nach außen dringen und Menschen oder die Umwelt gefährden kann.

Der Abfall soll möglichst luft- und wasserdicht verschlossen sein. Das ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft am ehesten in großer Tiefe und in drei geologischen Formationen möglich: Steinsalz, Ton und Granit. Salz hat den Vorteil, den Abfall gut zu umschließen und am besten die Hitze auszuhalten, die vom Atommüll ausstrahlt. Bis zu 200 Grad wird es an der Außenhülle von Atombehältern heiß. Allerdings löst sich Salz auf, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt. Damit stellt das Eindringen von Wasser die größte Gefahr für Atommüll in Salzstöcken dar. Im Unterschied dazu ist Ton zwar wasserdicht, leitet dafür aber Wärme nicht so gut weiter. Zudem soll Ton in tieferen Erdschichten nicht mehr so stabil sein, sodass Risse entstehen können. Granit dagegen ist zwar sehr stabil, in den Gesteinsformationen finden sich aber oft natürliche Risse und Fugen, die mit zusätzlichem Aufwand abgedichtet werden müssten. Experten empfehlen deshalb, sich auf Ton und Salz zu konzentrieren. Dass ein mögliches Endlager zudem in einer erdbebenarmen und vulkanfreien Region stehen sollte, versteht sich wohl von selbst.

Was spricht gegen ein Endlager in Gorleben?

Die Erfahrung mit einem anderen Endlager, der Asse. Das ehemalige Salzbergwerk in Niedersachsen sollte schwach- und mittelradioaktiven Müll beherbergen. Bis 1978 wurden mehr als 125.000 Fässer in das Bergwerk gekippt. Doch dann stellte sich heraus, dass die Salzschichten nicht dicht sind und Hohlräume entstanden sind, durch die täglich rund 12.000 Liter Salzlauge ins Bergwerk dringen. Das Wasser hat bereits Kontakt zu den radioaktiven Abfällen. Deshalb muss der Müll nun für mehrere Milliarden Euro aus der Asse geborgen werden. Die Kosten tragen Bund und Land – also die Steuerzahler.

Ursprünglich sollten in Gorleben Endlagererkundung, Zwischenlager und Wiederaufbereitunsanlage stehen. Der von Anfang an massive Protest hat letztere verhindert.

Ursprünglich sollten in Gorleben Endlagererkundung, Zwischenlager und Wiederaufbereitunsanlage stehen. Der von Anfang an massive Protest hat letztere verhindert.
(Foto: dpa)

Ähnliche Gefahren befürchten Umweltschützer und wissenschaftliche Experten im Fall von Gorleben. Der Salzstock könnte nicht dicht halten, Wasser eindringen und das Mineral auflösen. Es gibt kein stabiles Deckengebirge über dem Salzstock, das ein Eindringen von Wasser verhindern könnte. Eine solche Kettenreaktion wäre verheerend: Haarrisse oder Lücken im Gestein lassen Wasser einsickern, dies führt zu einer Korrosion an den Atommüllbehältern – radioaktive Strahlung würde freigesetzt. Eine aufwendige und teure Rückholaktion des Mülls wäre nötig. Zudem bereiten Gasvorkommen in Gorleben große Sorgen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat im großen Stil Akten über die Endlagersuche in Gorleben öffentlich gemacht und hat darin die Hinweise auf große Gasvorkommen entdeckt. Das Gas sei bereits bei etwa 20 Grad brennbar, was bei den hohen Temperaturen an den Hüllen der Atombehälter eine große Explosionsgefahr bedeuten würde.

Wieso wurde Gorleben dann überhaupt ausgewählt?

Das ist einer der umstrittensten Punkte überhaupt. Die von Greenpeace veröffentlichten Akten belegen, dass bei der Auswahl wissenschaftliche Kriterien dem politischen Willen untergeordnet wurden. Als in den 70er Jahren die Suche nach einem Endlager begann, war anfangs von Gorleben keine Rede. Erst auf ausdrücklichen Wunsch der niedersächsischen Landesregierung wurde 1977 Gorleben als Standort in Erwägung gezogen und eine Erkundung des Salzstocks durchgesetzt.

Ministerpräsidenten Ernst Albrecht wird in einer Notiz mit den Worten zitiert, das Endlager werde "entweder bei Gorleben oder überhaupt nicht in Niedersachsen gebaut". Risiken wie Gasvorkommen und die Gefahr von Wassereinbrüchen sollen bewusst verschwiegen worden sein. Der Verdacht liegt nahe, dass weniger wissenschaftliche Kriterien als die Lage des Salzstocks entscheiden für die Auswahl waren: Gorleben lag damals im Zonenrandgebiet an der Grenze zur DDR, in der dünn besiedelten und strukturschwachen Region Wendland. Allerdings gibt es auch Argumente, die für Gorleben sprechen. Die Salzformationen sind bereits über 250 Millionen Jahre alt, haben also die Eiszeit überstanden. Zudem würde der Abfall in 860 Metern Tiefe lagern, ohne Grundwasser zu gefährden. Diese Argumente würden bei einem Wassereinbruch aber hinfällig.

Gibt es alternative Standorte?

So sieht es derzeit aus: Behälter mit Atommüll in der Lagerhalle in Gorleben. Rund 40 Jahre garantiert ein Castor die Sicherheit seiner Fracht.

So sieht es derzeit aus: Behälter mit Atommüll in der Lagerhalle in Gorleben. Rund 40 Jahre garantiert ein Castor die Sicherheit seiner Fracht.
(Foto: dpa)

Salz- und Tonformationen kommen in geeigneter Tiefe und Größe vor allem in Norddeutschland vor, insbesondere in Niedersachsen. Aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gibt es entsprechende Vorkommen. Baden-Württemberg und Bayern weisen ebenfalls Ton- und Granitgestein auf, etwa auf der Schwäbischen Alb oder im Donautal. Eine Untersuchung etwa mit Probebohrung könnte Klarheit über diese Vorkommen bringen. Bislang blieben sie aber aus.

Was passiert derzeit mit dem Atommüll?

Er wird überirdisch aufbewahrt, in zwei zentralen Zwischenlagern und an den Standorten von 13 Atomkraftwerken. Dabei handelt es sich um ausgebrannte Brennstäbe aus den Atomreaktoren sowie Rückstände aus der Wiederaufbereitung, also radioaktive Reste, die sich nicht recyceln lassen. Sie kommen mit den sogenannten Castor-Transporten aus den Wiederaufbereitungsanlagen La Hague und Sellafield.

Seit 2005 ist die Wiederaufbereitung ausgedienter Brennstäbe zwar verboten. Doch es befindet sich bereits so viel deutscher Atommüll im Ausland, dass noch bis 2017 mit Castor-Transporten zu rechnen ist. Die Castor-Behälter sollen für mindestens 40 Jahre die Sicherheit ihrer strahlenden Fracht garantieren. Sie sind Eisenzylinder mit einer 30 bis 40 Zentimeter dicken Wand, bis zu 140 Tonnen schwer und halten extreme Temperaturen, Stürze und Unfälle aus. In Gorleben und Ahaus stehen sie in überdachten Hallen aus Stahlbeton. Ahaus hat 370 Stellplätze für bis 3960 Tonnen Atommüll, Gorleben 420 für bis zu 3800 Tonnen.

Wie viel radioaktiven Abfall gibt es denn?

In Deutschland allein tausende Tonnen hochradioaktiven Mülls. Für Ende 2008 bezifferte das Bundesamt für Strahlenschutz diese Menge auf knapp 2000 Kubikmeter. Weniger stark strahlenden Müll gibt das BfS mit etwa 122.000 Kubikmetern an. Um eine Vorstellung vom wachsenden Müllberg zu bekommen: Die deutschen Kernkraftwerke produzieren 450 Tonnen Müll im Jahr. Durch die nun beschlossene Laufzeitverlängerung um im Schnitt zwölf Jahre könnte die Abfallmenge um rund 4400 Tonnen wachsen, schätzen Experten.

mit Material von dpa/rts/AFP

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Kommentare
owl schreibt:
04.11.2010 14:07

Und derzeit wird der Atommüll noch nach Russland verschickt und dort unter freiem Himmel gelagert...man nhätte nie einsteigen drüfen, in diesen Horror! wo soll der Müll denn hin? in All?


Lemy schreibt:
04.11.2010 14:43

Ins All? Kennen sie eine Rakete die 140 Tonnen ins All befördern kann? Ich auch nicht.


Uwe schreibt:
04.11.2010 14:55

Ich hoffe, dieser Artikel öffnet einigen Kernkraftbefürwortern die Augen. Wir haben es hier mit Dingen zu tun, die wir als Menschheit nicht beherrschen können. Gleiches gilt übrigens auch bei logischer Betrachtung für die Verpressung von CO2 in geologische Formationen. Da kann auch keiner garantieren, dass diese so stabil sind, dass das Gas dort für immer bleibt. Erinnert Euch, uns unterlaufen schon Fehleinschätzungen beim Fluten von Tagebauseen, wo schon mal Häuser abrutschen und Menschen sterben. Wir Menschen sind nur ein winziger Teil eines gigantischen, unheimlich komplexen und uralten Gesamtkonstruktes und maßen uns an, alles beherrschen und regeln zu können, obwohl wir erst seit läppischen 200.000 Jahren dabei sind. Demut tut not, Demut vor dem, was unsere Existenz erst ermöglichst!


Joachim schreibt:
04.11.2010 16:20

Vor 30 Jahren haben wir das Thema AKW Sicherheit im Physik-Unterricht behandelt. Erste Annahme: zwei 747 kollidieren über New York und stürzen dann ins Empire State Building, das ausbrennt. Geschätzte Opferzahl: 5000 Tote; Langzeitfolgen: gering; Wahrscheinlichkeit: extrem unwahrscheinlich, aber nicht null. Zweite Annahme: Supergau in Brokdorf, Luftlinie 50 km bis Hamburg. Geschätzte Opferzahl: 100.000 Tote; Langzeitfolgen: unabsehbar; Wahrscheinlichkeit: extrem unwahrscheinlich, aber nicht null. Ab dem Zeitpunkt war ich gegen Atomkraft. Dann haben wir Lösungen erarbeitet um Atommüll sicher zu lagern. Zuerst über 10 Jahre, dann über 100 Jahre, dann 1000, 10.000 usw. Wir sind alle bereits an der 1000-Jahre-Grenze gescheitert. Ich bin heute selbst Ingenieur und arbeite in der Forschung. Wenn irgendein Fachmann oder Experte sagt, dass er Atommüll für mehr als 1000 Jahre sicher einlagern kann, dann lügt er - wahrscheinlich um seinen Job bei RWE und Co. nicht zu verlieren. Wenn ein Politiker das gleiche behauptet, lügt er auch - wahrscheinlich um seine Zahlungen von RWE und Co. nicht zu verlieren.


Ron777 schreibt:
04.11.2010 16:31

Jeder, der schon einmal selber in den Schacht eingefahren ist, weiß, dass Wasser in den Salzstock eindringt. Nur wenige hundert Meter laufen, schon kommt man links an der ersten Nassstelle vorbei. Das Salz hat seine Farbe verändert, ist schmierig und ein Rinnsal ist am Boden. Jedem dort arbeitendem Ingeneur sind diese Stellen bekannt. Viele halten den Salzstock selber für ungeeignet. Wieso spricht niemand endlich die Wahrheit aus, dass wir mir Gorleben keine geeignete Lagerstätte für radioaktiven Müll gefunden haben?


kraij schreibt:
04.11.2010 17:19

Kernkraftbefürworter erscheinen mir leider immer wieder beratungs- und einsichtsresistent, argumentieren, das die Gefahren mit in Zukunft noch zu entwickelnder Technologie beherrschbar sein werden bzw. die Abfälle dann gefahrlos beseitigt werden können. Schön wärs wenn sie die Mittel erst schaffen würden bevor sie uns 1000de Tonnen von Müll verursachen...


Tommi schreibt:
04.11.2010 17:23

Wenn man bei all den Debatten bedenkt, daß die natürlichen Uranvorkommen ohnehin vor sich hinstrahlen und aufgrund der durch sie entstehenden tektonischen Auflast in Erdbeben-Risikogebieten liegen, relativiert sich die grundlegende Frage nach der Endlagerung drastisch. Einzig die konkrete Versiegelung der Behälter bleibt dann im Zentrum. Ein Rücktransport des Atommülls in die ursprünglichen Bergwerke, wo das material abgebaut wurde, steigert in der Bilanz das Risiko nicht. Hier wird aber in risikoärmere Regionen eingelagert. Die Uranvorkommen sind aktuellen Schätzungen nach, wenn man den zunehmenden Verbrauch durch China mit einrechnet, in etwa 45-50 Jahren erschöpft. Dann hat sich das Thema Kernenergie mit Uran sowieso erledigt. Eine Absenkung des nationalen Verbrauchs an Uran wird also die Nutzung in anderen Staaten verlängern und macht demnach wenig Sinn. Für alle, die denken, Uranlagerstätten in der Natur seien sicherer als humane Endlagerung, ein Schlagwort: Naturreaktor Oklo


klausb schreibt:
04.11.2010 17:41

Abgesehen von den menschlich unvorstellbaren Zeiträumen - Salzstöcke sind generell geologisch instabil, denn es sind Aufwölbungen in denen das Salz langsam nach oben steigt Helgoland. Warum sind die Salzlager in der Nähe von Bebra nie in Betracht gezogen wurden. Das sind stabile Lager seit ihrer Entstehung von der Umwelt abgeschlossen. Oder liegt das nur daran, dass man dort so viel Geld mit der Einlagerung von Giftmüll verdient?


OPS schreibt:
04.11.2010 18:03

Hochgiftiger Abfall fällt in Deutschland an und wird an zahlreichen Orten endgelagert. Undzwar über tausend Mal so viel ich übertreibe nicht. Hochgiftiger Abfall der ebenso schädlich für Mensch und Umwelt ist wie hochradioaktiver Abfall und im Gegensatz zu radioaktivem Abfall ewig giftig bleibt nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinn. Doch Sorgen machen sich alle um das Häufchen radioaktiven Abfalls. Die Untertagedeponie Herfa Neuroda- ein Endlager von vielen für hochgiftige Abfälle in Hessen- nimmt jedes Jahr 200000 t hochgiftigen Abfalls auf der bis in alle Ewigkeit dort verbleiben soll. Dagegen 400 t hochradioaktiven Abfalls im Jahr.


Wolfgang schreibt:
05.11.2010 07:23

Unter den Umweltministern Gabriel und Trittin wurde jegliche Suche nach Endlagern gestoppt, verlorene Jahre. Scheinheilig wurden dann Endlaufzeiten vereinbart. Der Müllt ist da und muss jetzt endlich weg. Wenn es kein besseres Endlager wie Gorleben gibt, muss der Müll halt dahin, mit allen Nachteilen und Konsequenzen. Stattdessen wird der Müll einfach abgestellt und das Problem nachfolgenden Generationen aufgehalst, die Vorteile des billigen Atomstroms kassiert aber die jetztige Generation. Wenn bei Rot-Grün wirklich die Überzeugung herrscht, daß der Atommüll nie endsorgt werden kann, hätten diese mit ihrem Regierungsantritt sofort die Atomkraftwerke abstellen müssen. Fakt ist, daß von diesen sogenannten Ökopolitikern nichts wirklich glaubhaftes geleistet wird, sondern alles auf unsere Kinder abgeschoben wird. Nach mir die Sintflut.


KB schreibt:
05.11.2010 07:41

Würden wir unseren Müll nach Frankreich schicken, würden in Paris wieder Autos brennen.. Hier in Deutschland muss man aber sogar bei Sitzblockaden angst um die Sicherheit haben, man gedenke an den Rentner, der nach der Demo bei Stuttgart21 erblindete.. Ich meine, entwickeln wir uns wieder zu einem diktatischen, geldgesteuerten Land..!??


Mätti schreibt:
05.11.2010 08:52

Ok ,statt aber nur zu nörgeln bitte ich alle Endlager Gegner um eine Antwort auf die Frage : Wohin mit dem jetzt schon vorhandenen Müll ? Es ist einfach abzulehnen aber eben auch nicht konstruktiv,also wat den nun ?


F.K. schreibt:
05.11.2010 09:56

Ich glaube ja, dass in einigen 100 Jahren über Gorleben eine Heilquelle entstehen könnte. In Österreich, in Bad Hofgasteien, wird nämlich das Heilwasser sogar mit radioaktivem Radon angereichert, aber nicht mit irgendwelchem Radon, sondern mit natürlichem Radon, wie man auf der entsprechenden Webseite nicht müde wird zu betonen. Und wenn es heute Idioten gibt, die darauf schwören, warum dann in 200 Jahren nicht auch. Und falls die Radioaktivität des Wassers dann tatsächlich so hoch ist, dass es Menschen schaden könnte, dann nennt es sich Konzentrat, darf nur ärztlich verordnet werden und von Apothekern vertrieben und man kann noch mehr abkassieren. Alles nur eine Frage der PR. Schließlich sagt ja auch keiner, durch BIO-Kraftstoffe würden im großen Stile vollkommen unnötig die ca. 5 cm oberste Schicht Erde zerstört, welche man auch Mutterboden nennt, und die die elementarste Voraussetzung der geamten Nahrungskette ist. Nein, da fallen Worte wie nachwachsende Rohstoffe, Nachhaltigkeit und was auch immer. Also, liebe Leute, nicht so schwarz sehen! Das mit der Zerstörung des Mutterbodens und das ungelöste Problem des Recycelns der Solarzellen in ca. 15 Jahren, und nicht in einigen tausen, stört euch doch auch nicht.


aufinus schreibt:
05.11.2010 10:49

Ein Nachrichtensender sollte sich mehr auf die Wiedergabe von Fakten und weniger auf eigene Kommentierungen konzentrieren. Wenn schon in der Überschrift einer Meldung Attribute wie scheinheilig enthalten sind, dann liegt es verdammt nahe, dass n-tv hier wieder Meinungsmache betreibt.


Martin schreibt:
05.11.2010 11:15

Ich bin dafür, den Atommüll auf alle Entscheidungsträger aufzuteilen, die jemals am Atomstrom verdient haben, also jedem so 5 Tonnen im Garten der Villa zu verbuddeln, und sie müssen sich um die Sicherheit kümmern... und das Erbe hierfür dürfen die Nachkommen jeweils nicht ausschlagen... Ich muss als Onlinehändler dafür Sorge tragen, dass unsere Umverpackungen, sprich Kartons, anständig entsorgt werden, was bedeutet, ich muss einen Entsorger dafür bezahlen, dass er nichts tut... und die Energieriesen dürfen so tun, als würde sie das alles nix angehen und schieben den Schwarzen Peter der Politik und dem Steuerzahler zu? Super... ich hab mir offenbar die falsche Branche ausgesucht...


OPS schreibt:
05.11.2010 11:55

Es ist falsch zu behaupten, die Betreiber von Kernkraftwerken würden nichts zur Endlagerung tun. Milliarden von Euro wurden von denen für die Endlagerung hinterlegt, mehr als man dafür jemals ausgeben kann bis 2025 sind dafür 9mrd. euro vorgesehen, das kosten die Erneuerbaren im Jahr. Außerdem würden die Konzerne sehr gern die Endlagerung in die eigenen Hände nehmen- die würden das billiger hinkriegen als die Regierung. Allein sie dürfen es nicht. Es ist schlicht unfair denen vorzuwerfen sie würden sich nicht um ihren Abfall kümmern, denn das ist ein großer und nachprüfbarer Teil ihrer Kosten. Aber Schwarz-Weiß-Malerei ist bei solchen Themen normal: Das sind keine Menschen die ihren Job machen, das sind blutrünstige Monster die das Kapital der Natur auf den Kopp hauen um ein letztes Fest zu feiern vor dem von ihnen verschuldeten Untergang der Welt.. Gegner wie Befürworter werfen sich gern gegenseitig vor die Öffentlichkeit wissentlich und absichtlich zu täuschen, zu belügen. Das ist dem Anderen gegenüber aber zutiefst ungerecht denn Gegner wie Befürworter vertreten ihre Sache in der Regel mit gutem Gewissen und aufrichtiger Hingabe.


OPS schreibt:
05.11.2010 12:04

Ach und KB: Frankreich ist ein ganz schlechtes Beispiel. Die erzeugen 75 ihres Stroms mit Kernkraft bei breiter gesellschaftlicher Akzeptanz. Wenn es in Frankreich ein Thema gibt das KEINEN Landesweiten Protest auslöst, dann ist es die Kernkraft. Hauptgrund ist, dass die Bevölkerung über Kernkraft aufgeklärt ist, im Gegensatz zu Deutschland wo das Wissen über die Hintergründe Kernkraft vor allem aber nicht nur bei Gegnern enorm gering ist. Obwohl viele von denen aus dem Bildungsbürgertum kommen. Es gibt Fälle, da haben grüne Eltern sich über den Physikunterricht an den Schulen ihrer Kinder beschwert, weil ihre Kinder plötzlich sachliche Argumente für Kernkraft hatten die sie nicht widerlegen konnten.


Uwe schreibt:
05.11.2010 13:26

Lieber OPS, das glaube ich gerne, dass die Betreiber eine Endlagerung billiger hinkriegen würden. Ein profitorientiertes Unternehmen gibt sich immer dann Mühe, wenn hinten Geld bei rauskommt. Die Entsorgung bringt kein Geld, die kostet nur! Also muss sie so billig wie möglich geschehen. Beispiel gefällig? Da war doch mal was mit Verklappung von Fässern mit radioaktivem Müll in der Nordsee... Woher wollen Sie eigentlich wissen, dass die französische Bevölkerung über Kernkraft aufgeklärt ist und vor allem OBJEKTIV aufgeklärt ist? Objektiv heißt bei mir: Ohne Vorurteil von allen Seiten betrachtet. Ich wage zu behaupten: Niemand in der westlichen Hemisphäre ist zu irgendeinem Thema objektiv informiert! Von allen Seiten wird verschwiegen, schöngeredet, gelogen, übervorteilt. Angenehme Ausnahme zum Thema Kernkraft: das Material des Öko-Institutes Freiberg sehr sachlich, logisch, nachvollziehbar, kann ich nur weiterempfehlen.


Joachim schreibt:
05.11.2010 13:54

an OPS und Wolfgang: Ja, Aufklärung ist ein wichtiges Thema. Ich habe in U.S.A. in der Nähe eines AKW gelebt. Da gab es genaue Evakuierungspläne incl. Informationen wo wir denn unsere Kinder wiederfinden würden, da die direkt mit den Schulbussen evakuiert werden würden. In Deutschland existiert so etwas nicht. Augen zu und durch. Aber da stellt sich dann schon die Frage: Wenn AKWs so super sicher sind wie behauptet warum haben die Amerikaner dann Evakuierungspläne? Ich kenne keine Technologie die noch nie versagt hat. Jedes Flugzeug fällt irgendwann runter, zwei Spaceshuttles sind futsch, Pharma-Unternehmen machen Fehler Contergan... usw. Und bei Microsoft wissen die Experten meistens selbst nicht, warum der Computer abstürzt. Warum sollte nun ausgerechnet die Atomkraft-Technologie sicher sein? Warum sollte ausgerechnet bei der Endlagerung nix schiefgehen? siehe Asse... Entscheidend ist doch wohl die Risiko-Folgen-Abschätzung. Aber die wird möglichst vermieden, oder durchgeführt und dann weggeschlossen. Und das ist typisch menschlich, oder? Wen interessiert denn schon der Müll in 500 Jahren? Hätte man in den 20er Jahren eine Technik-Folgen-Abschätzung für PKWs gemacht, gäbe es heute keine Benzin-Autos. Hätte man in den 60ern das gleiche für AKWs gemacht, gäbe es auch die nicht - auch in Frankreich nicht. Aber warum rege ich mich eigentlich auf? Gorleben wird wohl noch 100 Jahre dichthalten, außerdem helfen AKWs vielleicht die Klimakatastrophe soweit nach hinten zu verschieben, dass es mich nicht mehr betrifft. Prima - nach mir die Sintflut. Blöd ist nur, dass ich Kinder habe...


Thorsten schreibt:
05.11.2010 15:26

Es ist doch eigentlich ganz einfach: es geht um Geld und Macht. Folge dem Weg des Geldes und man findet die Drahtzieher... Das ist überall das Gleiche.


Marc schreibt:
05.11.2010 15:53

Es ist schade, dass die Berichterstattung relativ einseitig zu diesem Thema gehandhabt wird und selten darauf eingegangen wird, dass 90 des Atommüllvolumens nicht aus Kernkraftwerken sondern aus der Medizin, Industrie und Forschung schach bis mittel radioaktivkommen. Durch die Darstellung in der Presse erhält ein Großteil der Bevölkerung den Eindruck, dass selbst hochradioaktiver Abfall in gelben, leckenden Blechtonnen verscharrt wird, was so nun nicht der Wahrheit entspricht. Darüber hinaus sollte man vll. auch mal darüber nachdenken aus welchen Energiequellen, denn nach Stilllegung der Atomkraftwerke die benötigte Grundlast kommen soll. Kohle Kraftwerke können da ja keine ernsthafte Alternative sein.


barbara Frania schreibt:
05.11.2010 17:03

Um es vorwegzunehmen, ich bin gegen Atomkraft. Dennoch existiert diese - und deren Müll. Der wiederum irgendwo hin muß. Wieviele Behälter werden mitlerweile im Zwischenlager und im Endlager - tja - gelagert. Anstatt das Alternativen angeboten werden - was zwar nicht und in keinster Weise Aufgabe des Bürgers ist - wird stets ein neuerlicher Protest gestartet, wenn was kommt. Und - zum Thema ins All schießen - sei gesagt, wenn es den Protest seit 33 Jahren gibt, warum hat man die Ariane nicht genutzt? Mindestnutzlast 1,85 t. Das wären mit Ariane 1 61 Tonnen radioaktiven Mülls der weg wäre. Ohne eine diesbezügliche Entwicklungsarbeit einzurechnen. Meiner Meinung nach liegt das Versagen auf beiden Seiten. Aber natürlich hat die Staatsmacht, für alle Folgenaus dem Transport der Castor-Behälter die politische und gesellschaftliche Verantwortung zu tragen