Politik
Donald Trump ist immer für einen starken Auftritt gut.
Donald Trump ist immer für einen starken Auftritt gut.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 15. Dezember 2011

Rückzieher mit Warnung: Donald Trump sagt TV-Debatte ab

von Sebastian Schoebel

"The Donald" feuert sich selbst: Der exzentrischste CEO der USA wollte eigentlich die letzte Fernsehdebatte der Republikaner moderieren. Nun zieht er zurück – angeblich, weil ihn die Partei zwingen wollte, nicht selber als unabhängiger Kandidat anzutreten. Das aber schließt Trump auch weiterhin nicht aus.

Donald Trump wird nun doch nicht die letzte TV-Debatte der Republikaner moderieren. Das gab der Milliardär selbst bekannt. Ob die Veranstaltung nun dennoch wie geplant am 27. Dezember in Des Moines im Bundesstaat Iowa stattfinden wird, ist unklar. Kampflos wollte Trump die Bühne jedoch nicht räumen: "Ich bin nicht bereit, auf mein Recht zu verzichten, als unabhängiger Kandidat in den Wahlkampf einzusteigen."

Newt Gingrich wollte zusammen mit Trump auftreten.
Newt Gingrich wollte zusammen mit Trump auftreten.(Foto: REUTERS)

Die Veranstaltung, ausgerichtet von konservativen Nachrichtenportal Newsmax, war zuvor wegen Trumps Teilnahme massiv in die Kritik geraten. Als "Einladung zum Zirkus" bezeichnete George W. Bushs ehemaliger Sprecher, Ari Fleischer, die Debatte. Und Karl Rove, einer der mächtigsten Strategen der republikanischen Partei, fragte: "Was zum Teufel machen republikanische Kandidaten in einer Debatte, die ein Typ ausrichtet, der sagt, er tritt vielleicht selbst als unabhängiger Kandidat an?"

"Es wäre die spannendste Debatte geworden"

Genau dieser Vorwurf ist nun offenbar der Grund, warum Trump die Debatte nicht moderieren wird. "Sie wollten sich auf keine Debatte mit mir einlassen, solange ich nicht eingewilligt habe, nicht als Unabhängiger anzutreten", so Trump. Diese Entscheidung aber will Trump nach eigener Aussage davon abhängig machen, ob "der richtige Kandidat" den republikanischen Vorwahlkampf gewinnt.

Nur zwei Kandidaten hatten Trump ihre Teilnahme zugesichert: Newt Gingrich, der zurzeit in den meisten Umfragen vorn liegt, und Rick Santorum, dem kaum noch Chancen eingeräumt werden. Ron Paul, der libertäre Politiker aus Texas und ideologische Vorreiter der "Tea Party"-Bewegung, hatte die Trump-Debatte sogar als "unter der Würde des Präsidentenamtes" bezeichnet. Jon Huntsman, Ex-Gouverneur von Utah, wählte von allen Kandidaten die schärfste Formulierung für seine Absage: "Ich werde weder Trumps Ring küssen, noch irgendeinen andern Teil seiner Anatomie”. Trump selbst hatte beide Politiker zuvor als "Witzfiguren" verspottet.

Kaum eine Chance gegen Obama

Obamas Vision von einem Weißen Haus unter Trump (gezeigt anlässlich der traditionellen satirischen Rede zum Correspondents' Dinner).
Obamas Vision von einem Weißen Haus unter Trump (gezeigt anlässlich der traditionellen satirischen Rede zum Correspondents' Dinner).(Foto: REUTERS)

Unter konservativen Republikanern genießt der Immobilien-Tycoon weiterhin viel Zuspruch., vor allem bei der Tea Party: Im April war er unter den Ultra-Konservativen laut einer Umfrage von NBC und Washington Post sogar der Wunschkandidat für das Rennen gegen Barack Obama. Im Vergleich mit dem Amtsinhaber sahen Trumps Werte jedoch weniger positiv aus: Selbst beim eher konservativen Umfrageinstitut Rasmussen holte Trump nur 34 Prozent der Stimmen, Barack Obama lag bei fast 50 Prozent.

Seit den 1980er Jahren brachte sich der Milliardär immer wieder ins Gespräch um das höchste Amt im Land, zog dann aber stets frühzeitig zurück. Ob er nun tatsächlich als unabhängiger Dritt-Bewerber antritt, bleibt abzuwarten. Einen Stichtag für seine Entscheidung hat Trump gleich mitgeliefert: Den 20. Mai 2012, der Tag des Finales seiner Reality-TV-Serie "The Apprentice".

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Quelle: n-tv.de

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