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Französische Soldaten intervenierten bereits im Rahmen der Operation Sangaris im Dezember in Bangui.
Französische Soldaten intervenierten bereits im Rahmen der Operation Sangaris im Dezember in Bangui.(Foto: REUTERS)

"Eine politische und humanitäre Notlage": EU beschließt Militäreinsatz in Zentralafrika

Gewalt, Flüchtlinge und drohende Massaker zwischen Christen und Muslimen: In der Zentralafrikanischen Republik regiert das Chaos. Nun reagiert die Europäische Union und schickt Militär in das Krisenland.

Die Europäische Union entsendet Soldaten in das Krisenland Zentralafrikanische Republik. Das beschlossen die EU-Außenminister in Brüssel, wie  EU-Vertreter sagten. Nach dem politischen Grundsatzbeschluss folgt nun die militärische Planung für den Einsatz, der in einigen Wochen starten soll.

"Wir stehen vor einer politischen und humanitären Notlage", sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt in Brüssel. "Wir müssen ganz eindeutig handeln." Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik wird von der EU als "chaotisch" beschrieben.

Die Details des geplanten Einsatzes müssen nach dem Beschluss der Außenminister noch erarbeitet werden. Doch laut EU-Diplomaten zeichnet sich bereits ab, dass die Truppe erst einmal ein Mandat für vier bis sechs Monate erhalten soll, um die 1600 französischen Soldaten und die bislang rund 4500 Mann starke afrikanische MISCA-Mission vor Ort zu unterstützen. Möglich ist die Entsendung von 400 bis 600 Soldaten, die ihren Einsatz auf die Hauptstadt Bangui und den Schutz des dortigen Flughafens konzentrieren.

Welche Länder sich in welcher Form beteiligen, ist noch unklar. Deutschland will keine Soldaten schicken, könnte aber Lufttransporte in angrenzende Länder oder Medienberichten zufolge sogar in die Hauptstadt Bangui übernehmen.

Die Bundeswehr unterhält bereits ein Ausbilder-Kontingent in Mali. Für die Zentralafrikanische Republik hatte die Bundesregierung bisher nur angeboten, Truppen und Material in ein Nachbarland zu transportieren. Der Zeitung zufolge wird nun angeboten, direkt in die Hauptstadt Bangui zu fliegen.

Quelle: n-tv.de

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