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Die Transall (hier eine Archivaufnahme) kommt nicht vom Fleck.
Die Transall (hier eine Archivaufnahme) kommt nicht vom Fleck.(Foto: picture alliance / dpa)

Transall schafft es nicht weit: Ebola-Hilfsflug strandet auf Gran Canaria

Im Senegal will die Bundeswehr gemeinsam mit internationalen Partnern eine Luftbrücke in die Ebola-Gebiete errichten. Doch die deutsche Hilfe lässt auf sich warten. Eine der Transalls muss notgedrungen auf den Kanaren pausieren.

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Die Pannenserie bei der Bundeswehr reißt nicht ab. Eine Transall-Transportmaschine ist bereits am Freitag auf dem Weg zum Ebola-Hilfseinsatz im Senegal defekt auf Gran Canaria liegengeblieben, wie ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte. Eine Ersatzmaschine mit Technikern für die Reparatur sei nun auf die Kanaren-Insel geschickt worden. Diese Maschine soll dann auch in den Senegal weiterfliegen und dort für die Luftbrücke in die Ebola-Gebiete in Liberia, Guinea und Sierra Leone zur Verfügung stehen.

Über die neue Transall-Panne hatte zuerst der verteidigungspolitische Blog "Augen geradeaus!" berichtet. Bereits in der vergangenen Woche waren zwei der bis zu 50 Jahre alten Transall-Maschinen defekt liegen geblieben. Sie sollten Militärausbilder in den Nordirak bringen.

In Westafrika sollen sich zwei Transall-Maschinen zusammen mit französischen und amerikanischen Flugzeugen an der Luftbrücke beteiligen. Sie sollen Hilfsgüter in das Krisengebiet bringen. Dazu werden rund 100 Soldaten in der senegalesischen Hauptstadt Dakar stationiert.

Merkel macht Schatulle nicht auf

Immer neue Meldungen über Defizite bei der Ausrüstung der Bundeswehr haben indessen auch zu einer Diskussion über die politische Verantwortung für die Zustände geführt. Die SPD-Spitze warf Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor, ihre Arbeit zu vernachlässigen. SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel sagte, er könne von der Leyen nur raten, "ein bisschen weniger Fototermine zu machen und sich mehr mit dem Handwer zu beschäftigen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich dagegen hinter den Kurs ihrer Ministerin beim Umgang mit den Problemen. "Sie legt die Dinge auf den Tisch, sie schafft einen Überblick über die Lage, wie sie ist", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das sei die Voraussetzung für die Behebung der Probleme. "Das hat (...) die Unterstützung der gesamten Bundesregierung." Auch die CDU-Spitze stützte von der Leyen.

Mehr Geld für den Verteidigungsetat will Merkel aber vorerst nicht zugestehen. "Mit kurzfristigen Veränderungen ist da nicht zu rechnen", sagte Seibert. Wenn von der Leyen mittelfristig mehr Mittel brauche, müsse sie die entsprechenden Anträge stellen, und über die müsse dann entschieden werden.

Angesichts der Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr hatte von der Leyen am Wochenende gesagt, die Problemlösung werde "mittelfristig mehr Geld kosten. Das wird sich absehbar auch im Etat niederschlagen".

Quelle: n-tv.de

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