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Zwei Drittel wollen nach Deutschland: Eine Million Menschen suchen Asyl in EU

In keinem EU-Land werden laut einem Bericht 2016 so viele Asylanträge gestellt wie in Deutschland. Auch Italien und Frankreich liegen in der Statistik weit vorne. Viele Antragsteller des vergangenen Jahres kamen allerdings schon 2015 nach Europa.

In Deutschland sind in den ersten drei Quartalen 2016 einem Bericht zufolge mehr Asylanträge gestellt und bearbeitet worden als in den übrigen 27 EU-Staaten zusammen. In der gesamten EU wurden bis Ende September 2016 rund 988.000 Asylanträge gestellt, berichtet "Die Welt" unter Berufung auf Zahlen der europäischen EU-Statistikbehörde Eurostat.

Davon entfielen laut Eurostat mehr als 60 Prozent auf Deutschland. Das sind laut Bundesinnenministerium rund 658.000 Asylanträge. Den zweiten Platz nimmt Italien ein. Dort wurden 85.000 Anträge gestellt und 68.000 erstinstanzliche Entscheidungen getroffen, gefolgt von Frankreich mit 62.000 Anträgen und 63.000 Entscheidungen. In Griechenland gab es Eurostat zufolge hingegen in den ersten drei Quartalen 2016 nur 7600 Asylentscheidungen bei rund 30.000 Anträgen.

Laut Bericht wurden in der EU insgesamt etwa 756.000 erstinstanzliche Entscheidungen über Asylanträge getroffen, davon rund 420.000 in Deutschland. Die Antragszahlen sind allerdings nicht identisch mit der Zahl der neueingetroffenen Schutzsuchenden. Viele Menschen kamen bereits im Jahr 2015 nach Deutschland, konnten aber wegen einer Überlastung der Behörden erst 2016 einen Antrag auf Asyl stellen, schreibt "Die Welt".

2015 hatten mehr als 1,2 Millionen Menschen einen Asylantrag in der EU gestellt, 2014 waren es 560.000. Die endgültigen Zahlen für 2016 sollen im März bekannt gegeben werden. Es ist jedoch mit einer ähnlich hohen Quote wie 2015 zu rechnen.

Quelle: n-tv.de

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