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Die Proteste in Tunesien entzündeten sich auch an den hohen Lebensmittelpreisen.
Die Proteste in Tunesien entzündeten sich auch an den hohen Lebensmittelpreisen.(Foto: dpa)

"'Reales Risiko von Hungerrevolten": FAO schlägt Alarm

Weltweit erreichen die Lebensmittelpreise ein Rekordniveau. Nun warnt Frankreichs Landwirtschaftsminister LeMaire vor Hungerrevolten. Zugleich fordert er Maßnahmen gegen Spekulanten von Lebensmittel-Rohstoffen. Auch die UN sind besorgt.

Die Vereinten Nationen und Frankreich haben vor Gewalt in Folge von Hungersnöten durch hohe Lebensmittel-Preise gewarnt. "Es existiert ein reales Risiko von Hungerrevolten", erklärte Frankreichs Landwirtschaftsminister Bruno LeMaire. Es sei daher notwendig, "Notmaßnahmen" und "strukturelle Maßnahmen" einzuleiten, um derlei Situationen zu vermeiden. Es sei wichtig, dass die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) sich dieser Fragen annehme, sagte LeMaire, dessen Land derzeit den Vorsitz der G-20 inne hat.

LeMaire forderte schnelle, "konkrete" Maßnahmen, so sollten etwa Lebensmittel-Vorräte eingerichtet werden. Notwendig sei zudem, "die Transparenz bei der Produktion und den Vorräten zu erhöhen". LeMaire forderte weiter, gegen die Spekulation mit Lebensmittel-Rohstoffen vorzugehen. Dies hatte bereits Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zu einem Schwerpunkt der französischen G-20-Präsidentschaft erklärt.

Philippinische Kinder eines Slums bekommen eine Mahlzeit am Tag gespendet - doch wie lange noch, wenn die Preise immer weiter steigen.
Philippinische Kinder eines Slums bekommen eine Mahlzeit am Tag gespendet - doch wie lange noch, wenn die Preise immer weiter steigen.(Foto: REUTERS)

Der Präsident der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), Jacques Diouf, betonte, es bestünden "nicht nur Risiken, sondern es gab schon Aufstände an bestimmten Orten der Welt wegen der aktuell hohen Preise". "Regierungen haben sich in schwierigen Situationen wiedergefunden, und eine ist sogar schon gefallen", sagte Diouf in Anspielung auf Tunesien, wo die Revolte gegen die Regierung auch aus Protesten gegen hohe Lebensmittel-Preise erwachsen war.

Am Donnerstag hatte die FAO mitgeteilt, die weltweiten Nahrung wird immer teurer seien im Januar den siebten Monat in Folge gestiegen und hätten damit ein neues Rekordniveau erreicht. Der FAO-Preisindex für Lebensmittel, mit dem die monatliche Preisschwankung für einen Korb an Lebensmitteln gemessen wird, stieg demnach im Vergleich zu Dezember um 3,4 Prozent. Die Lebensmittelpreise hätten den höchsten Stand seit Beginn der Messungen 1990 erreicht und drohten weiter zu steigen, erklärte die FAO.

Quelle: n-tv.de

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