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Griechenland kann seine Gäste schon entzücken.
Griechenland kann seine Gäste schon entzücken.

Reisen nach Südeuropa: FDP erwägt Last-Minute-Prämie

Ist es das schlechte Wetter in Deutschland oder die miserable Wirtschaftslage der südeuropäischen Staaten? Jedenfalls schlagen nun mehrere FDP-Politiker eine staatliche Prämie vor, mit der Deutsche zum Urlaub in den Süden gelockt werden sollen. Dort erwartet die Besucher allerdings eine extreme Hitze.

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Politiker der FDP wollen die Deutschen mit der Zahlung von staatlichen Prämien zu Urlauben in den südeuropäischen Krisenländern animieren. Der deutsch-griechische FDP-Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis sagte der "Bild"-Zeitung: "Eine Art staatliche Prämie, die Deutsche kurzfristig dazu bewegt zum Beispiel Warum Sie nach Griechenland reisen sollten , könnte der Anfang eines europäischen Konjunkturprogramms sein." Außerdem mache das schlechte Sommerwetter in Deutschland die Menschen "zunehmend depressiv".

Auch der stellvertretende Vorsitzende der deutsch-griechischen Parlamentariergruppe, Erwin Lotter, hält "eine Art Last-Minute-Prämie für Reisen nach Südeuropa" für sinnvoll. So wäre sowohl vielen Deutschen als auch Ländern wie Griechenland geholfen, die dringend mehr Touristen bräuchten. "Die Politik sollte da zusammen mit der Industrie Anreize schaffen", sagte der FDP-Politiker der Zeitung.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält es ebenfalls für wichtig, dass mehr Gäste in die südosteuropäischen Krisenländer reisen. "Deren Wirtschaft kann jeden Euro gebrauchen", sagte IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Wie die "Bild"-Zeitung weiter berichtet, trugen laut IW Touristen im vergangenen Jahr in Griechenland zu knapp 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei. Insgesamt ließen sie in dem Land 10,5 Milliarden Dollar.

Der New Yorker Wirtschaftschaftsprofessor Nouriel Roubini hatte vor Kurzem einen ähnlichen Vorstoß wie die FDP-Politiker unternommen. Er schlug vor, dass die Bundesregierung jedem deutschen Haushalt einen 1000-Euro-Gutschein schenken solle für Reisen in EU-Krisenländer. Damit würde deren Wirtschaft angekurbelt. Der "Sparwahnsinn" müsse ein Ende haben.

Für deutsche Touristen könnte es im Süden Europas derzeit allerdings heiß werden. Griechenland und Italien leiden unter einer Sommer vergisst Deutschland , am Montag kletterten die Temperaturen in Griechenland auf bis zu 42 Grad. Die griechischen Behörden schlossen daher die Athener Akropolis für Touristen. Die Hitze sei für die Bediensteten und Touristen zu gefährlich, hieß es. Auch das Dionysos-Theater wurde für Besucher gesperrt. In ganz Griechenland wurden die Rettungsdienste in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Ältere Menschen und kleine Kinder wurden angewiesen, bis zum Abend nicht nach draußen zu gehen.

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Quelle: n-tv.de

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