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Anas Modamani wurde durch en Selfie mit Kanzlerin Angela Merkel bekannt. Bei Facebook wurde es für eine Fotomontage missbraucht.
Anas Modamani wurde durch en Selfie mit Kanzlerin Angela Merkel bekannt. Bei Facebook wurde es für eine Fotomontage missbraucht.(Foto: picture alliance / dpa)

Syrer wehrt sich gegen Behauptung: Facebook wird wegen Fake-News verklagt

Erst wird suggeriert, Anas Modamani sei ein Terrorist, dann soll der Syrer einen Obdachlosen angezündet haben. Beides stimmt nicht, doch diese Fake-News werden hundertfach geteilt. Weil Facebook die Falschmeldungen nicht löscht, handelt es sich eine Klage ein.

Facebook muss sich am 6. Februar vermutlich zum ersten Mal vor einem deutschen Gericht verantworten. Der Würzburger Rechtsanwalt Chan-Jo Jun hat das US-amerikanische soziale Netzwerk wegen sogenannter Fake-News, also gefälschter Nachrichten, verklagt. Die Kanzlei teilte mit, man habe für den Syrer Anas Modamani den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt.

Der Grund dafür sei die über Facebook zigfach verbreitete wahrheitswidrige Behauptung, der Syrer habe einen Obdachlosen angezündet. Das Bild sei mehr als 500 Mal geteilt worden, verstoße aber laut Facebook nicht gegen die "Community-Standards", teilte die Kanzlei weiter mit. Facebook habe sich geweigert, die verleumderischen Inhalte zu löschen.

Der Würzburger Anwalt sagte in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, der Kontakt zwischen ihm und dem Syrer sei durch das Internetportal "Mimikama" geknüpft worden. Zum einen, weil er "einen Musterfall" gesucht habe, um juristisch gegen Facebook vorzugehen. Zum anderen, weil der junge Syrer nun schon zum zweiten Mal Opfer gefälschter Nachrichten geworden sei.

Schon das zweite Mal falsch beschuldigt

Bereits im Sommer 2016 sei behauptet worden, er sei an den Brüssel-Attentaten beteiligt gewesen, erläuterte Anwalt Jun. Anas Modamani hatte im Herbst 2015 ein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht. Das Bild ging durch die Medien. Rechte Propagandaseiten montierten Modamanis Bild direkt neben das Bild des Attentäters Najim Laachraoui. Daneben stand: "Hat Merkel ein Selfie mit Brüsseler Terrorist gemacht?"

Aktuell werde dem Syrer unterstellt, in Berlin kurz vor Weihnachten einen Obdachlosen angezündet zu haben. Beides seien völlig haltlose Behauptungen. Facebook tue sich ungewöhnlich schwer, deutsches Recht umzusetzen, sagte Jun. "Beispielsweise Verleumdungen oder Beleidigungen verstoßen gegen deutsches Recht, aber nicht gegen Gemeinschaftsstanddarts" auf Facebook, so der Anwalt.

Als Termin vor dem Landgericht Würzburg wurde der 6. Februar angesetzt. Noch scheitern könnte der Prozess laut einem Bericht der Würzburger "Main-Post" daran, dass Facebook die Ladung vor Gericht an dessen Europa-Firmensitz im irischen Dublin nicht zugestellt werden könnte. Mit verklagt wurde von der Würzburger Kanzlei nach eigenen Angaben auch ein Funktionär der AfD, der die gefälschte Nachricht weiter verbreitet habe.

Quelle: n-tv.de

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